• Freitag, 24.02.2017
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FINANZPLATZ

Wie sicher ist unser Geld noch?

Untertitel
Von Willy Burgermeister
Wie sicher ist unser Geld noch?
 
Über Jahre hinweg sahen sich unsere Finanzinstitute nur als gewiefte Verkäufer. In vertraulichen Gesprächen legten uns die Berater nahe, diese Aktien unbedingt ins Depot zu legen und jene rasch auszukippen. Genügt das heute immer noch - oder ändern sich die Zeiten? Warum soll ich heute noch Aktien kaufen? Kann ich Staatsanleihen noch vertrauen? Kann ich Staaten überhaupt vertrauen?

Die Kurse von staatlichen Obligationen sind in astronomische Höhen geschnellt, das Zinsniveau stürzte unter die Nulllinie ab. Warum? Müssen wir hier von der „Mutter aller Blasen“ sprechen? Was ist, wenn die platzt? Bräuchten wir für unsere Altersvorsorge einerseits nicht dringend höhere Zinsen? Treiben andererseits straffere Zinsen hochverschuldete Staaten nicht in die Pleite? Werden es die führenden Notenbanken je schaffen, sich auf sanftem Wege aus ihrer vertrackten Lage zu lösen? Alles Fragen, mit denen sich jeder von uns auseinandersetzen müsste. Unsere Berater oder Vermögensverwalter können uns dabei unterstützen, mehr nicht, die Antworten müssen wir selber finden. Da hilft uns keiner.

Die besondere Rolle der Banken

Die Deutsche Bank muss schleunigst den Sog der Angst stoppen. Dunkle Wolken ziehen sich über dem Bankenviertel in Frankfurt zusammen. Überall bebt und knirscht es im Gebälke. Die Kapitalausstattung vieler Banken lässt weiterhin sehr zu wünschen übrig, und das europäische Bankensystem scheint weit davon entfernt, auf soliden Grundmauern zu stehen. In Italien ächzen die Banken unter der Last notleidender Kredite. Das Nullzinsumfeld nagt an der Ertragskraft aller Institute. Die weltweit operierenden Grossbanken sind eng miteinander vernetzt. Der Unfall eines Instituts birgt deshalb das Potential, das ganze System ins Wanken zu bringen. Die Banken spielen in der weltwirtschaftlichen Entwicklung eine entscheidende Rolle. Scheitert deren Gesundung, steht weltwirtschaftliches Wachstum auf dem Spiel, und wir müssten vermutlich um unsere Ersparnisse bangen.

Politik ohne Verantwortung

Schön kaschiert in diesem ganzen Schlamassel wird die Tatsache, dass sich die Politiker aus ihrer Verantwortung stehlen. Sie weigern sich, die Realitäten anzuerkennen, die in einer massiven Überschuldung, einer mehr als hinkenden, stotternden Eurozone sowie einem unterkapitalisierten bis insolventen Bankensystem wurzeln. Mittelfristig drohen die Schulden in der Eurozone immer weiter aus dem Ruder zu laufen, zeigen sich die Politiker doch nicht bereit, diesem Wahnsinn endlich die Stirne zu bieten.

Der IWF warnt vor der Machtlosigkeit der Notenbanken. Und die Deutsche Bank geht mit der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) scharf ins Gericht. Europa müsse sich ernsthaft fragen, inwieweit die aggressive, unkonventionelle und völlig unerprobte Geldpolitik die Probleme Europas noch verschärfe. Europas Zukunft schwinde. Noch nie hinge eine Region so hoffnungslos am Tropf dogmatischer Entscheidungen nicht direkt gewählter Technokraten. Wollen wir tatsächlich das Scheitern des wichtigsten, wirtschaftspolitischen Projektes der Geschichte riskieren? Zukünftige Generationen würden uns das naive Vertrauen in die Geldpolitik nie verzeihen. David Folkerts-Landau, Chefökonom der Deutschen Bank, kritisiert: „Nicht nur die schwachen Konjunkturdaten nähren Zweifel an der Wirksamkeit und Ausrichtung der Geldpolitik – sondern vor allem die Tatsache, dass die Probleme Europas struktureller und nicht zyklischer Natur sind."

EZB in der Kritik

Die Länder der Peripherie seien nicht in der Lage, ein für den Abbau der Verschuldung und Arbeitslosigkeit ausreichendes Wirtschaftswachstum zu entfachen. Ursache dafür seien mangelnde Reformen der Arbeitsmärkte sowie der Rechts-, Sozial- und Steuersysteme. „Die Regierungen haben nicht gehandelt, weil die extrem lockere Geldpolitik der EZB und insbesondere ihr Versprechen, zu tun „whatever it takes“, Untätigkeit zur kurzfristig attraktiveren Option gemacht haben“, so der Chefökonom. Durch das Versprechen der EZB, in Schieflage geratene Länder mit Hilfe von Obligationenkäufe aufzufangen, seien Reformanreize zerstoben. Seit 2012 hielten die Rettungsprogramme der EZB Europa davon ab, der Realität ins Auge zu sehen.

Deutscher Sonderweg

Angela Merkel – zu Hause schwer angeschlagen, in Europa isoliert. Ihr jüngstes Wahldesaster wurde überall aufmerksam verfolgt. Vor ihr bauen sich jetzt zwei Fronten auf: Der Süden will keinen Sparkurs mehr, der Osten keine Willkommenskultur. Der Süden kann die Migranten nicht versorgen. In Griechenland, Portugal, Süditalien, Spanien leben bei erschreckender Jugendarbeitslosigkeit Hundertausende von Schulabgängern von der kleinen Rente ihrer Grosseltern, kriechen bei Eltern unter oder versuchen, da chancenlos, auszuwandern. Und nirgendwo zwischen Bratislava und Bukarest sehen Politiker aller Couleur ein, warum sie Wirtschaftsflüchtlinge aus Pakistan, Bangladesch oder dem Senegal aufnehmen sollen, während Hunderttausende eigener Bürger – oft ohne die eigenen Kinder – nach Westeuropa zum Arbeiten emigrieren mussten. Deutschlands Politik wird damit zu einem Sonderweg. (Quellen: Dirk Schümer, Daniel Stelter.)

Ob Syrien-Konflikt, Ukraine-Krise oder Brexit: Internationale Institutionen versagen zunehmend, schwelende Brandherde zu löschen. Das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) in London hält die bisherige Weltordnung für gefährdet. „Die Fundamente der Weltordnung erscheinen besorgniserregend schwach“, mahnt IISS-Direktor John Chipman. Der Brandherd Syrien: Versagen auf der ganzen Linie, und jeder schiebt dem anderen die Schuld in die Schuhe. Welches Spiel spielen die Saudis, Iran oder die Türkei? Ein Ringen um die Macht zwischen Russland und den USA? Äusserst kritisch beäugen die Experten auch die auflodernden Spannungen zwischen Grossmächten wie Russland und der Nato im Baltikum oder den USA und China im Pazifik.

Westliche Wertegemeinschaft?

Da wird von einer westlichen Wertegemeinschaft fabuliert. Hat es sie je gegeben, und, wenn ja, gibt es sie noch? Wer kümmert sich noch um sie? Oder um die unveräusserlichen Menschenrechte, die Herrschaft des Rechts, die Gewaltenteilung, die Volkssouveränität? Trump, Clinton, Putin, Erdogan, Jean-Claude Juncker, die Chinesen etwa? Und über all dem wölben sich gigantische Schulden, die wahrscheinlich nie abgetragen werden können. Kann diese Rechnung wirklich aufgehen?



Notwendige Ergänzung und Kommentierung des vorangehenden Artikels durch die Redaktion

Der Artikel fasst verschiedene bekannte Entwicklungen in Politik und Wirtschaft, insbesondere im Finanzbereich mit Blick auf das Bankenviertel in Frankfurt, zusammen. Dabei gibt es durchaus auch Finanzplätze, die eine ganz andere Performance bieten. So in Zürich die Zürcher Kantonalbank.

Diese Kantonalbank ist eine der am besten kapitalisierten Banken weltweit und gilt als eine der sichersten Universalbanken der Welt. Dank des ausgewogenen, soliden Geschäftsmodell überstand die Zürcher Kantonalbank auch die Finanzkrise völlig unbeschadet und geniesst seit vielen Jahren ein AAA-Rating aller grossen Ratingagenturen.

Die Zürcher Kantonalbank ist die einzige Schweizer Bank mit AAA-Rating. (Geschäftsbericht der ZKB 2015, S. 12.)

"Die Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch stufen die Zürcher Kantonalbank unverändert mit der Höchstnote AAA beziehungsweise Aaa ein. Damit sind wir die einzige Schweizer Bank, der von allen drei Ratingagenturen die Bestnote verliehen wurde. Grund für die erstklassige Beurteilung sind unter anderem die starke Verankerung in der Region Zürich und in der Schweiz, das breit diversifizierte Geschäftsmodell, das moderate Risikoprofil, die starke Eigenkapitalbasis sowie die Staatsgarantie. Gemäss Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor’s zählt die Zürcher Kantonalbank zu den sichersten Banken weltweit. Zudem wurden wir im Berichtsjahr erneut vom Magazin «Global Finance» mit dem «Safest Bank Award» ausgezeichnet. Wir erreichten bei der Beurteilung der 500 grössten Banken nach einer deutschen Förderbank den zweiten Rang und gelten damit als sicherste Universalbank weltweit."

Geschäftsbericht:
https://www.zkb.ch/de/ks/psc/publikationen-broschueren.html/ag/form/nba/publikation-bestellen/jahresbericht.html

Diese Position der Zürcher Kantonalbank, die keinen Anlass für irgendwelche Ängste gibt, wollten wir hervorheben, nicht zuletzt deshalb, weil die Zürcher Kantonalbank seit vielen Jahren ein zuverlässiger Partner und Förderer der Tertianum-Stiftung und damit von Senline ist.

Die Senline-Redaktion
Helmut Bachmaier, Chefredaktor



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