• Montag, 20.11.2017
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PERSPEKTIVEN

Wenn das Wetter unberechenbar ist

Von Corinne Schwegler  
Wenn das Wetter unberechenbar ist
Ein Beitrag von Terre des hommes
© wikipedia.org 
Der Klimawandel ist bereits spürbar: Extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Zyklone und Dürren nehmen weltweit zu. Die Folgen für die betroffene Bevölkerung sind oft verheerend. Wie sich die Wetterveränderungen entwickeln und wie sich diese auf die humanitäre Arbeit im Weltsüden auswirken, erfuhren Freunde sowie SpenderInnen und Interessenten des Kinderhilfswerks Terre des hommes (Tdh) und Vertreter der TERTIANUM-Stiftung bei einem exklusiven Anlass.

Folgt auf trübe Tage endlich heiterer Sonnenschein? Wohl über kein anderes Thema wird so viel diskutiert wie über das Wetter. Das Wetter betrifft uns schliesslich alle, einige mehr, andere weniger. Fakt ist: Die Wetterveränderungen sind spürbar, gerade in Gebieten, die besonders gefährdet sind. Alleine im letzten Jahr fegten drei Zyklone über Asien – mit fatalen Folgen.

Zwei, die sich mit dem Wetter und seinen Folgen auskennen, sind Sandra Boner, Meteo-Moderatorin beim SRF und Tdh-Botschafterin, sowie Nathalie Praz, Programmverantwortliche Asien bei Terre des hommes. Die beiden Referentinnen versuchten eine Brücke zu schlagen zwischen den Klimaveränderungen von heute und der humanitären Hilfe von morgen – und ermöglichten spannende Einblicke in ihre Arbeit.


 
Sandra Boner bei ihrer Wetterkunde.
Sandra Boner bei ihrer Wetterkunde. © Terre des hommes 
 

Seit über 10 Jahren auf dem Meteo-Dach

Ob wöchentliche Spielshow in bekanntem Dekor oder aufwändige Unterhaltungsgala vor grossem Studiopublikum: Als Auftakt des Anlasses konnten die Gäste bei einer Führung durch die Fernsehstudios des SRF einen Blick hinter die Kulissen werfen und lernten zugleich den Arbeitsplatz von Sandra Boner kennen. Seit über 10 Jahren moderiert die gelernte Ergotherapeutin die Wettersendung „Meteo“ beim Schweizer Radio und Fernsehen. Zusammen mit einem Team von 14 Meteorologen berechnet Sandra Boner anhand von Indikatoren wie Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit die Wetterprognosen für die nächsten Tage. Für die anschliessende Sendung geht die Moderatorin hoch hinaus: Vom Meteo-Dach im 14. Stock des SRF-Gebäudes an der Fernsehstrasse in Zürich gibt sie die Aussichten von morgen bekannt – und dies bei jedem Wetter. Ob Wind, Regen oder Sturm, „nur bei starken Unwettern und Blitzen müssen wir drinnen bleiben“, fügt die gebürtige Solothurnerin an. Auch nach 10 Jahren „Meteo“ ist Sandra Boner noch immer mit vollem Elan dabei, “schliesslich gibt es jeden Tag neues Wetter und somit jeden Tag neue Herausforderungen“, wie sie selbst sagt.


 
Besuch eines Studios des SRF.   Blick in die Requisite des SRF.
Besuch eines Studios des SRF.   Blick in die Requisite des SRF.
 

Die Auswirkungen für Entwicklungsländer

Dank Sendungen wie „Meteo“ können wir uns hier mit sehr genauen Prognosen auf Unwetter vorbereiten, viele Teile dieser Welt trifft es jedoch meist völlig unerwartet. Die Todesfälle aufgrund von Naturkatastrophen sind bei Kindern und Frauen überproportional hoch, viele Kinder gehen verloren und werden von ihren Familien getrennt. Doch auch die materiellen Schäden sind enorm: Dämme brechen ein, Häuser und Schulen werden zerstört, Felder überschwemmt. „Ein Reisfeld, das mit Salzwasser überschwemmt wird, kann für mindestens drei Jahre nicht mehr bebaut werden“, so Nathalie Praz, Asien-Programmverantwortliche bei Terre des hommes.

Sie erzählt davon, wie Familien ihre Lebensgrundlage verlieren und sich nicht mehr selbst versorgen können. Gerade Gebiete, welche regelmässig von Naturkatastrophen heimgesucht werden, haben mit langfristigen Problemen zu kämpfen: „Kinder leiden zunehmend an Mangelernährung und Durchfall, der Zugang zu sauberem Wasser ist verwehrt“, so Nathalie Praz.


 
Flutkatastrophe in Bangladesch.
Flutkatastrophe in Bangladesch. © Terre des hommes 
 

Terre des hommes packt das Problem an der Wurzel

Alleine im letzten Jahr fegten drei Zyklone („Mahasen“ in Bangladesch, „Phailin“ in Indien und „Hayian“ in den Philippinen) über Asien mit teils verheerenden Auswirkungen für die Bevölkerung. Terre des hommes startete daraufhin drei Nothilfeeinsätze. Dabei geht die Organisation nach einem ganzheitlichen Ansatz vor, der Soforthilfe, Wiederaufbau und Entwicklung zusammenführt. So gilt es zuerst, die am dringendsten nötigen Bedürfnisse abzudecken, um in einem weiteren Schritt den Wiederaufbau von katastrophenresistenter Infrastruktur voranzutreiben. Terre des hommes ist aber auch bestrebt, die Menschen, die in besonders gefährdeten Gebieten leben, zu sensibilisieren und ihnen Fertigkeiten und Kompetenzen zu vermitteln, damit sie sich dem Klimawandel besser anpassen können und ihre Widerstandsfähigkeit gestärkt wird.

Ein solches Projekt stellen die überschwemmungs- und hochwassersicheren Gemüsegärten dar: „Dadurch, dass die Gärten erhoben gebaut werden, sind sie bei einer Überschwemmung geschützt und die Familie kann das Gemüse trotzdem noch ernten“, erklärt Nathalie Praz. Die Gärten erfreuen sich vor allem in Bangladesch grosser Beliebtheit und sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Bevölkerung bereits mit kleinen Taten den unmittelbaren Folgen des Klimawandels stellen kann.


  Terre des hommes ist Partner der TERTIANUM-Stiftung.  

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