• Donnerstag, 14.12.2017
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WOHNFORMEN

Was es vor einer Hausrenovation zu beachten gilt

Von Martin Loosli  
  Es braut sich einiges zusammen...
© Rainer Sturm / pixelio.de (Ausschnitt)
Ganz gleich, ob das bestehende Eigenheim sofort nach dem Erwerb umgebaut werden soll oder ob nach Jahren eine Auffrischung notwendig wird - ein Umbau oder eine Renovation sollten immer gut geplant sein.

Was renovieren?

An erster Stelle stehen die Bestandesaufnahme aller notwendigen und wünschenswerten Renovations- und Umbauarbeiten sowie die Definition des Gesamtbudgets. Obwohl die persönlichen Wünsche natürlich eine wichtige Rolle spielen, sind elementare Renovationen an der Bausubstanz immer vorzuziehen. In die Überlegungen einzubeziehen sind auch allfällige Nutzungsänderungen, wie sie beim Auszug der Kinder vorkommen, aber auch klimafreundliche Modernisierungsmassnahmen. Frühzeitige Gedanken über einen altersgerechten Ausbau - wie Rollstuhlgängigkeit oder Vermeiden von Schwellen - sind ebenso angezeigt.

Aufwand nicht unterschätzen

Sind nur kleinere Renovationen notwendig, ist eine Bestandesaufnahme schnell gemacht. Gerade bei älteren, schlecht unterhaltenen Objekten kann es aber schwierig sein, die Bausubstanz zu beurteilen und die mutmasslichen Kosten abzuschätzen. Bei umfassenden Renovationsvorhaben empfiehlt sich darum, eine erfahrene Fachperson, etwa einen Architekten oder Planer, beizuziehen. Gerade weil die Baumassnahmen bei grossem Unterhaltsbedarf oft über einen längeren Zeitraum geplant werden müssen, sollten der Zeitaufwand und das persönliche Engagement nicht unterschätzt werden. Neben der Priorisierung und Planung müssen Offerten angefordert und die Baukosten zusammengestellt werden. Später gilt es, die Baubewilligung einzuholen und das Fortschreiten der Arbeiten sowie die Kosten zu kontrollieren.


  " Umfassende Renovationsvorhaben      
erfordern den Beizug einer Fachperson. "
 

Wann zur Bank?

Kleinere Umbauvorhaben werden in der Regel aus eigenen Mitteln beglichen. Damit dies möglich ist, sollten Hauseigentümer jedes Jahr einen Betrag für solche Investitionen auf die Seite legen. Die Höhe des Betrages richtet sich dabei nach dem Marktwert und Alter des Objektes. Für grössere Renovationen und Umbauten ist neben den eigenen Mitteln ein Mehrdarlehen der Bank meist unumgänglich. Wird Fremdkapital benötigt, muss der finanzielle Rahmen frühzeitig mit der Bank geklärt werden. Je mehr Informationen zum geplanten Umbau vorgelegt werden können, desto genauer kann die Bank die Finanzierung beurteilen. Bei stark renovationsbedürftigen Objekten wird das Finanzierungsinstitut eine Vorortbesichtigung durchführen und ein detailliertes Schätzungsgutachten durch einen Experten erstellen lassen. Bei solchen Objekten besteht das Risiko, dass während des Umbaus trotz aller Vorabklärungen unerwarteter Renovationsbedarf auftritt. Deshalb sollte bei der Finanzierung ein genügend grosser Posten für Unvorhergesehenes einberechnet werden.

Steuerliche Vorteile

Hinsichtlich der steuerlichen Auswirkungen unterscheidet man zwischen wertvermehrenden und werterhaltenden Unterhaltskosten. Wertvermehrende Investitionen, wie das Erstellen einer Garage, beeinflussen den Marktwert positiv und damit auch die Höhe des maximal möglichen Hypothekarbetrages, der durch die Bank gewährt werden kann - immer vorausgesetzt, dass der höhere Hypothekarbetrag auch langfristig tragbar ist. Für solche Renovationsarbeiten ist in der Regel kein Abzug vom steuerbaren Einkommen möglich, bei werterhaltenden Kosten hingegen schon. Aus steuerlicher Optik kann es sich lohnen, umfangreiche Renovationen nicht alle im selben Jahr zu vollziehen. Dank einer Aufteilung in Etappen lässt sich während mehreren Jahren von Steuerabzügen profitieren.



 
 
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