• Dienstag, 26.09.2017
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GESUNDHEIT

Neue Gehroboter kommen

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Von Helmut Bachmaier
Neue Gehroboter kommen
© SWR.de
Bekannt ist der Gehroboter „Ekso“, das Modell der amerikanischen Firma Ekso Bionics, für Schlaganfall-Patienten und für querschnittsgelähmte Menschen. Das Ekso-Skelett (Exo=Skelett ausserhalb des Körpers) ist ein tragbarer Roboter, der über der Kleidung angelegt und mit Gurten fixiert wird, um die Kraft und die Ausdauer der Patienten zu erhalten, die eine erhebliche Schwächung oder gar eine Lähmung der untere Extremitäten haben. Dies kann auch Personen nützen, die kaum in der Lage sind, alleine aufzustehen.

Dieser Gehroboter wird sogar beim Militär eingesetzt, um Soldaten zu stärken, die schwere Lasten tragen müssen.

Vor allem ist bei dieser Orthese der Geh-Modus hervorzuheben, der es einem Patienten ermöglicht, noch vorhandene Muskelfunktionen in den Beinen beim Gehen aktiv einzusetzen. Dabei passt sich der Roboter genau seinen Möglichkeiten an. Bei dieser Gehhilfe (Anpassung, Anlegen in ca. 10 Minuten) entsteht bei der Bewegung oft ein ganz natürliches Gangbild.

Der neue Rehabilitationshelfer aus Japan: Welwalk WW - 1000

Der Autobauer Toyota begann in den 80er Jahren mit der Installation von Industrierobotern. Danach folgte die Entwicklung der Partner-Robot-Technologie. Dabei sollen diese Roboter den Menschen bei ihren Alltagsverrichtungen helfen und ihre Unabhängigkeit stärken. Seit 2007 wurde der Mobilität der älteren Generation – im Horizont der wachsenden Altersbevölkerung in Japan – besondere Aufmerksamkeit geschenkt, und dafür wurden Roboter im Bereich Medical Support entwickelt und seit 2014 in Kliniken getestet. Ab Herbst 2017 wird Toyota Motor Corporation einen Verleihservice für den Welwalk WW – 1000 starten, der, ähnlich wie Ekso, bei Schwächung oder Lähmung der unteren Gliedmassen unterstützt.
Welwalk WW – 1000 (Rehabilitations-Roboter)
Welwalk WW – 1000 (Rehabilitations-Roboter) © Toyota   
Mit einer Stützklammer vom Oberschenkel bis zum Fuss wird es Elektromotoren ermöglicht, das Knie bei Gehen zu beugen oder zu strecken. Die komplexe Technik steck in den Sensoren und im Computerprogramm, das die Hilfe individuell steuert, so dass der Patient eine ihm angemessene, genau berechnete Unterstützung erhält, was bei der üblichen Pflege oft nicht leicht zu erreichen ist.

Roboterbein von Welwalk WW – 1000 Roboterbein von
Welwalk WW – 1000
In einer Pressemitteilung von Toyota (12. April 2017) wird der neue Typus des Gehroboters wie folgt beschrieben: „ Der Welwalk WW-1000 besitzt eine Reihe von Rehabilitations-Support-Funktionen auf der Grundlage der motorischen Lerntheorie, einschliesslich der Fähigkeit, die Schwierigkeitsstufe an den Patienten anzupassen, und um Feedback über die Gangart des Patienten zu geben. Die einfache Konstruktion und Funktion des Roboters, wie z. B. leichte Montage und zentraler Touch-Paneel-Betrieb [interaktives Bedienerfeld], sorgen für eine einfache Bedienung in klinischen Einstellungen.“

Kosten

Zunächst sollen 100 Einheiten für medizinische Einrichtungen in Japan zur Verfügung stehen und später auch im Ausland vertrieben werden. Die Kosten betragen aktuell für die Installation 8'600 Euro und danach monatlich 3'000 Euro an Miete.

Der harte Wettbewerb unter den Autobauern lenkte auf eine neue Zielgruppe, auf ältere Menschen mit einem Mobilitätsdefizit. Übrigens hatte 2015 Honda bereits eine Roboter-Gehhilfe vorgestellt.

Wandel bei den Roboterprogrammen

Der Wandel geht bei diesen Programmen (vgl. dazu: FAZ, 13. April 2017, S. 21) vom humanoiden Roboter, der Instrumente spielen kann, zu Entwicklungen für die „Mobilität aller“, was etwa zu elektrogetriebenen Rollern (vergleichbar Segwalk) oder zu Pflege- und Haushaltsrobotern führt, schliesslich zu Konversationsrobotern, die sich mit Demenzkranken oder vereinsamten alten Menschen unterhalten können.

An diesen technischen Support-Systemen wird zukünftig wohl kein Weg mehr vorbei führen.

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