• Montag, 20.11.2017
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ALTERSTHEMEN

Nach der Pensionierung das Budget planen

Von Gabriela Schweizer  
  Es braut sich einiges zusammen...
© GG-Berlin / pixelio.de (Ausschnitt)
Reicht das vorhandene Einkommen und Vermögen aus, um die steigenden Kosten im höheren Alter zu bezahlen? Dies fragen sich viele ältere Menschen, nicht zuletzt wegen der andauernden Diskussionen rund um explodierende Gesundheitskosten und die Finanzierung der Pflege.

Ein hilfreicher Schritt,

um Unsicherheiten über die finanzielle Zukunft im Alter zu begegnen, ist eine Budgetplanung. Durch eine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben wird ermittelt, wohin das Geld fliesst und ob Spielraum für zusätzliche oder unerwartete Kosten besteht. Die Einnahmen aus Renten, Vermögensertrag und Sonstigem lassen sich in der Regel einfach beziffern. Für eine detaillierte Aufstellung der Ausgaben werden die momentanen Kosten am besten über mehrere Monate hinweg notiert. Ebenso wichtig ist, auch die künftigen Ausgabenschwerpunkte realistisch vorauszusehen.



  Mit zunehmendem Alter
verschieben sich die Prioritäten.

Veränderung der Ausgaben

Die Erfahrung zeigt: Mit zunehmendem Alter verschieben sich die Prioritäten. Beispielsweise können gesundheitliche Einschränkungen dazu führen, dass Aktivitäten wie Hobbies, Reisen vermehrt in den Hintergrund treten und dadurch weniger Kosten anfallen. Diese Einsparungen werden allerdings ganz oder teilweise durch andere Folgekosten kompensiert, z.B. vermehrte Taxifahrten anstelle des eigenen Autos oder eine Haushalthilfe. Die Kosten nehmen also in der Regel nicht ab, sondern sie verlagern sich auf andere Ausgabenposten.

Die grossen Kostenblöcke

Ratgeber - Wohnen im Alter  
   
Ratgeber  
Ein wichtiger Aspekt in der langfristigen Budgetplanung ist die künftige Wohnsituation. Der Gedanke, die eigenen vier Wände zu verlassen, fällt vielen schwer, und so wird diese Thematik immer wieder aufgeschoben. Es lohnt sich jedoch, frühzeitig zu überlegen, welche Wohnform man sich im Alter wünscht und was diese kostet. Nebst Kost und Logis müssen auch die weiteren persönlichen Auslagen budgetiert werden. Nicht zu unterschätzen sind dabei die Gesundheitskosten. Ausser Prämie, Franchise und Selbstbehalt der Krankenkasse sind Rückstellungen für (teilweise hohe) Zahnarztkosten oder andere durch Versicherungen nicht gedeckte Kosten in der Budgetplanung einzuberechnen.

Pflegekosten

Vor allem Pflegekosten können das Ausgabenbudget massiv belasten. Kostspielig wird es etwa, wenn ein Ehepartner über längere Zeit auf intensive Pflege angewiesen ist und der andere Ehepartner weiterhin in der gemeinsamen Wohnung verbleibt. Für diesen Ehepartner entstehen in der Regel grosse finanzielle Einschränkungen, denn die Lebenshaltungskosten werden nur unwesentlich tiefer und die Pflegekosten kommen dazu.

In den meisten Fällen reichen die vorhandenen Einnahmen nicht aus, um langfristig hohe Pflegeausgaben zu finanzieren. Ein Rückgriff auf das angesparte Vermögen wird unumgänglich. Je nach Höhe der Pflegekosten ist dann das vorhandene Vermögen in wenigen Jahren aufgebraucht. Solche Szenarien lassen sich allerdings nur schwer vorher berechnen und planen. Wichtig ist darum, sich im konkreten Fall der Pflegebedürftigkeit so rasch wie möglich zu informieren, welche Kosten konkret anfallen und Klarheit über deren Finanzierung zu schaffen.

Empfehlung

Unabhängig von der aktuellen Lebenssituation ist eine regelmässige Beschäftigung mit dem eigenen Budget sehr zu empfehlen. So wird man später nicht von unerwarteten finanziellen Veränderungen überrascht.



 

 

 
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