• Montag, 23.01.2017
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ALTERSTHEMEN

Meinungen zur Erwerbstätigkeit von über 60-jährigen Personen

Untertitel
Von François Höpflinger
Meinungen zur Erwerbstätigkeit von über 60-jährigen Personen
© ccfranken / fotolia.com
Einerseits wird mehrheitlich eine positive Wirkung auf die Wirtschaft wahrgenommen, wobei diese positive Ansicht von den 50-Jährigen und älteren Befragten stärker vertreten wird als von jüngeren Befragten. Andererseits vertritt nur eine Minderheit die Ansicht, dass eine Weiterarbeit älterer Personen auf Kosten jüngerer Arbeitskräfte erfolgt („nehmen Jüngeren die Arbeit weg“).

Während sich die Antworten zwischen Jung und Alt eher wenig unterscheiden, ergeben sich bedeutsame Unterschiede je nach Bildungsstatus: Bildungsferne Befragte beurteilen die wirtschaftlichen Folgen einer Altersarbeit weniger positiv und nehmen häufiger eine intergenerationelle Konkurrenzsituation wahr als bildungsnahe Befragte. Dies widerspiegelt primär die Tatsache, dass bildungsferne Gruppen von Veränderungen im Arbeitsmarkt am stärksten bedroht sind.
Einstellung zur Erwerbstätigkeit von über 60-jährigen Personen (2015)
  Altersgruppe
  18-29 30-49 50-64 65+  
N: 210 398 318 270  
Gut für die Wirtschaft:          
- % stimme stark zu 11% 15% 24% 24% *
- % stimme zu 44% 44% 53% 56%  
           
N: 214 402 320 270  
Nehmen Jüngeren Arbeit weg:          
- % stimme stark zu 2% 4% 3% 2%  
- % stimme zu 21% 15% 14% 12*  

  Bildungsstatus
  tief mittel hoch  
N: 222 695 277  
Gut für die Wirtschaft:        
- % stimme stark zu 10% 17% 31% *
- % stimme zu 50% 50% 46%  
         
N: 224 700 284  
Nehmen Jüngeren Arbeit weg:        
- % stimme stark zu 6% 3% 1% *
- % stimme zu/td> 24% 15% 9%  
Quelle: Mosaich (ISSP) 2015.

Items:

A)  Es ist gut für die Schweizer Wirtschaft, wenn Menschen über 60 erwerbstätig sind
B)  Wenn Menschen über 60 erwerbstätig sind, nehmen sie den Jüngeren die Arbeit weg.

* Gruppenunterschiede signifikant auf 1% (Chi-Quadrat-Test)


Fazit

Wird nach den Auswirkungen einer verstärkten Altersarbeit nachgefragt, sind folgende Sachverhalte hervorzuheben: Einerseits wird mehrheitlich eine positive Wirkung auf die Wirtschaft wahrgenommen. Andererseits vertritt nur eine Minderheit die Ansicht, dass eine Weiterarbeit älterer Personen auf Kosten jüngerer Arbeitskräfte erfolgt. Dabei zeigt sich, dass der Bildungsstatus für die Beurteilung ausschlaggebend ist.
Anmerkung der Redaktion
Über die Vorteile älterer Arbeitnehmer heisst es auf „JURAFORUM“:

„Wenn es um Berufs- beziehungsweise Lebenserfahrung geht, haben ältere Beschäftigte ihren jüngeren Kollegen einiges voraus. Auch in puncto Sozialkompetenz und allgemeinem Verhalten (Pünktlichkeit, Verantwortungsbewusstsein etc.) können sie vielerorts eine besondere Vorbildfunktion für jüngere Menschen darstellen. Insbesondere aber ihre jahrzehntelange Berufserfahrung macht sie zu geschätzten Mitarbeitern. Viele Kniffe und Tricks haben [sie] sich im Laufe ihres Berufslebens angeeignet, und sie können dadurch nicht nur effektiver arbeiten, sondern ihre Erfahrungswerte auch an jüngere Kollegen weitergeben. Eine derartige Wissensweitergabe von Generation zu Generation ist für Unternehmen von unschätzbarem Wert. Noch ein weiterer Aspekt macht Ältere zu wichtigen Mitgliedern eines Unternehmens: Kundenorientierte Betriebe haben eine hohe Anzahl älterer Kunden. Diese Zielgruppe kennt niemand so gut wie ältere Arbeitnehmer – gehören sie dieser doch selbst an und können sich somit in deren Wünsche und Bedürfnisse gut hineinversetzen.“




Leserbrief
Meine Meinung zum Artikel "Ältere Arbeitskräfte.":

Es ist gut wenn man die Pensionierung flexibel handhaben kann. Akademiker die viel später mit der Berufstätigkeit beginnen können sicher bis 70 Arbeiten. Menschen mit einem Lehrabschluss oder wie ich in der Pflege ist es schwierig über 65 Jahre zu arbeiten, man ist verbraucht. Heute lassen sich oft die oberen Kader früher Pensionieren, sie haben die Finanzen, in den Berufen kann man kaum früher aufhören, sonst bekommt man für ein hartes Arbeitsleben nicht einmal die volle AHV. ( Pflegehilfen) Das Problem Heute ist, dass immer mehr Menschen ein Studium machen und teils erst gegen 30 ins Berufsleben einsteigen, dass wir das grösste Problem der AHV sein. Vorschlag: alle sollten mindestens 44 Jahre Berufstätig sein und in die AHV einzahlen, das wäre gerecht.

Freundliche Grüsse
Margot Heutschi



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