• Freitag, 24.02.2017
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WOHNFORMEN

Was ist zu beachten beim Kauf eines Feriendomizils in der Schweiz?

Von Martin Loosli  
Worauf achten beim Kauf eines Feriendomizils in der Schweiz?
© zaubervogel / pixelio.de
Wer seine Ferien gerne und oft in den grossen Schweizer Ferienregionen wie Tessin, Wallis oder Graubünden verbringt, den packt früher oder später die Idee, eine eigene Ferienwohnung oder ein Ferienhaus zu erwerben.

Besonders in den südlichen Regionen der Schweiz ist die Auswahl an Feriendomizilen gross. Sie reicht vom einfachen Rustico über komfortable Landhäuser bis hin zu luxuriösen, altersgerechten Terrassenwohnungen. Der Kauf eines Feriendomizils sollte aber vorgängig gut überlegt sein. Insbesondere wer bereits ein Eigenheim besitzt und dafür schon ein Hypothekardarlehen aufgenommen hat, sollte die finanzielle Belastung nicht unterschätzen.


Die Finanzierung

Eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus wird meist nicht zu denselben Konditionen finanziert wie ein Hauptwohnsitz. Selbst langjährige Stammkunden können bei ihrer Hausbank nicht mit den gleichen Konditionen und Bedingungen rechnen wie beim Eigenheimkauf. Die Banken beurteilen Feriendomizile oder Zweitwohnsitze grundsätzlich zurückhaltender als Erstwohnsitze, was sich in höheren Zinssätzen niederschlägt. Zudem wendet die Bank strengere Belehnungs- und Amortisationsrichtlinien an und stellt erhöhte Anforderungen an die Kreditfähigkeit.

Grundsätzlich sind rund 25 bis 30 Prozent des Kaufpreises durch Eigenkapital einzubringen. Als zusätzliche Sicherheiten eignen sich Vermögenswerte in Form von Guthaben, Wertschriften oder Lebensversicherungspolicen der freien Vorsorge (Säule 3b), die über einen Rückkaufswert verfügen. Auf Vermögenswerte der beruflichen Vorsorge (Pensionskasse) oder der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) kann hingegen beim Kauf eines Feriendomizils nicht zurückgegriffen werden. Diese Gelder dürfen gemäss Bundesgesetz nur für ein selbstbewohntes Objekt am Erstwohnort, wo die Schriften des Eigentümers hinterlegt sind, eingesetzt werden.

Es lohnt sich, zunächst den Berater seiner Hausbank zu konsultieren und das gesichtete Ferienobjekt grob schätzen zu lassen. Dafür kann der Bankfachmann dem Kunden bei Bedarf einen Experten mit lokalem Know-how vermitteln. Dieser erkennt am besten, ob der Verkaufspreis marktgerecht ist. Er ist in der Lage, den Immobilienmarkt vor Ort, die Qualität der Architektur sowie die Bausubstanz der Liegenschaft fachgerecht zu beurteilen. Und er kann auch notwendige oder künftige Renovations- oder Unterhaltsarbeiten präzise abschätzen.

 


Zusätzliche Kosten

Wer sein Traumobjekt gefunden und sich zum Kauf entschieden hat, wird nebst dem Kaufpreis und allfälligen Honorarkosten für den Liegenschaftsexperten mit weiteren Ausgaben rechnen müssen. Zum einen fallen Kaufnebenkosten wie Notariats- und Grundbuchgebühren an, zum anderen sind die Möblierungskosten des Zweitwohnsitzes nicht zu unterschätzen. Ausserdem wurde in vielen Kantonen die Handänderungssteuer noch nicht abgeschafft und muss mitberücksichtigt werden. Hinsichtlich Steuern gilt überdies, dass der Eigenmietwert des Ferienobjekts im Standortkanton versteuert wird. Die Unterhaltskosten und Schuldzinsen können hingegen vom Einkommen abgezogen werden.

 


 
 
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