• Mittwoch, 18.01.2017
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GENERATIONEN

Ein Neustart für die Jungen

Von Max Hugelshofer  
Staatsschulden in Prozent vom BIP
© Schweizer Berghilfe
In der Leventina führen Marco und Genny Pedrinis einen Bauernhof mit 15 Kühen und 30 Kälbern. Marco und sein Vater bewirtschafteten den Hof zunächst gemeinsam. Vor zwei Jahren konnte das junge Paar den Bergbauernbetrieb dann übernehmen. Der Generationenwechsel löste hohe Investitionen aus.


Der Bauernhof der Familie Pedrinis liegt etwas ausserhalb von Osco/TI. Als Marco und Genny den Betrieb von Marcos Eltern übernahmen, lebten sie mit Söhnchen Lucio noch in einer kleinen Wohnung im Dorf. Auf dem Hof selbst wohnten weiterhin die Eltern, ein Stöckli war nicht vorhanden, und die Eltern aufs Alter von dem Hof zu „vertreiben“, auf dem sie fast ihr ganzes Leben verbracht hatten, kam für Marco und Genny nicht in Frage. Die Distanz zum Betrieb erwies sich für die junge Familie aber immer mehr als Problem, und auch die Platzverhältnisse in der Mietwohnung wurden zu eng, als sich weiterer Nachwuchs ankündigte. Darum bauten Pedrinis nur 50 Meter vom Stall entfernt ein Wohnhaus, das im Untergeschoss über einen kleinen Verkaufsladen für den Direktverkauf der eigenen Produkte sowie einen Käsekeller verfügt.


 
Hilfe zur Selbsthilfe für die Schweizer Bergbevölkerung – seit 1943
Nur wenn das soziale und wirtschaftliche Umfeld stimmt, wandern die Menschen nicht aus den Berggebieten ab. Deshalb unterstützt die Stiftung Schweizer Berghilfe jedes Jahr mehrere hundert Projekte von Einzelpersonen und Gemeinschaften, welche die harten Lebensbedingungen in den Bergregionen verbessern. So werden unter anderem dringend notwendige Arbeitsplätze erhalten und geschaffen. Dies ermöglicht es den Menschen in den Schweizer Bergen, ein genügendes Einkommen zu erwirtschaften und weiterhin in ihrer Heimat zu leben.
 


Durch das neue Gebäude verbessert sich die Situation der Pedrinis gleich zweifach: „Jetzt wohnen wir in unmittelbarer Nähe unserer Tiere, was die Arbeit wesentlich erleichtert“, sagt Genny Pedrinis. „Auch die Zusammenarbeit über die Generationen hinweg wurde viel einfacher.“ Und: Durch das Verkaufslokal rechnet das Ehepaar, das bei der Arbeit immer noch täglich von Marcos Eltern unterstützt wird, mit wichtigen zusätzlichen Einnahmen. Auf diese ist die Familie angewiesen. Nach der Geburt von Lucio vor drei Jahren musste Genny ihren Beruf als Logopädin aufgeben und hilft seither ihrem Mann im Haus und Hof – und führt das Ladenlokal. „Wir verkaufen unsere beiden Halbhartkäsesorten Osco- und Alpkäse, Butter und eigenes Fleisch“, sagt Genny.

Zu den Kunden gehören nebst den Einwohnern von Osco auch Ferienhausbesitzer und Wanderer. Die Einkünfte durch Touristen sollen im Sommer noch zunehmen, da Osco an der bekannten Wanderrute der Strada Alta liegt. Durch den Hausneubau gelang einer weiteren Generation, der initiativen Familie Pedrinis, ein Neustart. Sie schuf sich und ihren Kindern eine breitere Basis für ihre Existenz. Ohne Unterstützung der Schweizer Berghilfe hätte das Projekt jedoch nicht realisiert werden können, wie Marco Pedrinis betont. „Wir danken den Spendern für die Unterstützung von ganzem Herzen."

Bildlegende:
Die Pedrinis verkaufen ihre Produkte nicht nur im Laden, sie geniessen sie auch selbst.


 
Mit einem Fonds die Zukunft der Berggebiete mitgestalten
Ein Fonds bei der Schweizer Berghilfe ist eine sehr persönliche Form einer zweckbestimmten Zuwendung. Vom Grundgedanken her entspricht der Fonds einer Stiftung; die hohen Kosten und der administrative Aufwand einer Stiftung entfallen jedoch. Der Gründer des Fonds kann sowohl den Verwendungszweck als auch den Namen des Fonds bestimmen (Beispiel: Hans Muster-Fonds für Familien im Berggebiet). Zudem kann der Fonds nach den individuellen Wünschen oder Auflagen des Spenders erstellt werden. Die Errichtung eines persönlichen Fonds ist bei der Schweizer Berghilfe ab einem Betrag von 100’000 Franken möglich.

Ein Fonds kann zu Lebzeiten mit einer Schenkung oder nach dem Ableben mittels eines Legats oder einer Erbschaft erstellt werden. Im Testament werden der Name, die Zweckbestimmung und die Kapitalhöhe festgehalten. Das detaillierte Fondsreglement kann mit dem Willensvollstrecker oder zu Lebzeiten zusammen mit der Schweizer Berghilfe erstellt werden. Der Fonds wird von der Schweizer Berghilfe kostenlos verwaltet und von einer internen und einer externen Kontrollstelle jährlich geprüft.

Kontakt: Schweizer Berghilfe, Martin Schellenbaum, Soodstrasse 55, 8134 Adliswil, Telefon 044 712 60 56, martin.schellenbaum@berghilfe.ch
 

 
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