• Donnerstag, 27.07.2017
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GESUNDHEIT

Das Zahnimplantat: Worauf kommt es an?

Von Christoph B. Schultz  
Das Zahnimplantat: Worauf kommt es an?
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Zähne schenken Lebensqualität und Selbstvertrauen. Viele Menschen verlieren im Laufe ihres Lebens Zähne. Mögliche Gründe sind Unfälle, Karies oder Zahnbetterkrankungen. Im Durchschnitt hat bereits die Hälfte aller 35- bis 44-Jährigen einen oder mehrere Zähne verloren; einem Drittel der 65- bis 74-Jährigen fehlen bereits 10 oder mehr Zähne.


Das Fehlen von Zähnen macht sich nicht nur ästhetisch, sondern auch funktionell bemerkbar und schränkt uns in vieler Hinsicht ein. Ein Beispiel für ein aktuelles Behandlungskonzept ist die All-on-4-Methode. Dieses Konzept wurde entwickelt, um Patienten mit einem zahnlosen Kiefer eine effiziente und wirksame, festsitzende Brückenversorgung auf nur vier Implantaten zu ermöglichen. In einigen Fällen ermöglicht diese Methode die Wiederherstellung der Kaufunktion mit festsitzendem Zahnersatz an einem Tag (siehe Fallbeispiel am Ende des Artikels).


Zahnimplantate, eine Methode der modernen Zahnmedizin

Während früher fehlende Zähne mit konventionellen Brücken oder herausnehmbaren Teil- und Totalprothesen ersetzt wurden, ermöglicht die moderne Zahnmedizin mit Zahnimplantaten einen festsitzenden Zahnersatz, der im Vergleich mit herkömmlichen Lösungen einige Vorteile bietet.

Ein Zahnimplantat ist eine der Wurzelform des Zahnes nachempfundene, kleine Schraube aus Metall. Die moderne, zahnärztliche Implantologie, die sich vor rund 30 Jahren zu einem etablierten Verfahren zu entwickeln begann, beschäftigt sich mit der Verankerung künstlicher Zahnwurzel aus körperfremden Materialien (Titan) im Bereich des Kiefers zur Schaffung von Halte- und Stützelementen für den Ersatz verlorengegangener Zähne.
In der Schweiz werden pro Jahr ca. 400.000 Zähne gezogen.

In vielen dieser Situationen kommen Zahnimplantate als Therapievariante in Frage und sollten in die Behandlungsplanung mit einbezogen werden. Unverträglichkeiten im Sinne einer allergischen Reaktion auf den Werkstoff der künstlichen Zahnwurzeln Titan treten in nur sehr seltenen Fällen auf. Um die Funktion der Zahnwurzel übernehmen zu können, wird das Zahnimplantat ambulant und unter örtlicher Betäubung, bei längeren Eingriffen auch in Intubationsnakose, in den Kieferknochen eingesetzt. In der Folge wächst das Implantat fest mit dem Knochen zusammen und bildet dadurch eine solide Basis für die langfristige und stabile Verankerung des Zahnersatzes.


Lebensdauer von Implantaten

Mehrere Langzeitstudien belegen, dass moderne Zahnimplantate bei korrekter Anwendung durch den implantierenden Zahnarzt und bei guter Pflege durch Patientinnen und Patienten eine hohe Lebensdauer haben. Nach zehn Jahren beträgt die Erfolgsquote über 95 %. Bei Risikopatienten, wie zum Beispiel starken Rauchern (> 10 Zigaretten pro Tag), kann das Verlustrisiko jedoch deutlich höher liegen.


Welche Vorteile bietet die Behandlung mit Zahnimplantaten?

Normalerweise wird eine Zahnlücke durch eine Brücke (festsitzender Zahnersatz) oder durch einen herausnehmbaren Zahnersatz (Teilprothese) geschlossen. Dabei wird nur der sichtbare Teil des Zahnes ersetzt (Zahnkrone). Bei der Implantattherapie wird die Zahnwurzel des fehlenden Zahnes durch ein Implantat ersetzt. Zahnimplantate helfen, gesunde Zähne zu erhalten, indem nicht wie bei konventionellen Brücken die Nachbarzähne zu Stümpfen beschliffen werden. Der im Alter oft erlahmende Kalziumstoffwechsel verringert die Knochendichte und kann in Verbindung mit rein auf der Mundschleimhaut getragenem, totalprothetischen Zahnersatz (Prothese) zu vermehrten Knochenabbau führen. Eine gleichmässige Einleitung der Kaukräfte in den Knochen kann einem vorzeitigen Knochenabbau entgegen wirken.

 


Fallbeispiel:

Ein 56- jähriger Patient mit nicht erhaltungswürdiger Restbezahnung im Oberkiefer wünscht eine festsitzende Versorgung. Zur Vermeidung einer Knochenaugmentation fällt die Wahl auf die Behandlungsmethode All-on-4 unter Verwendung von NobelGuide.


 
Übersichtsaufnahme vor Behandlungsbeginn
Multikariöse, nicht erhaltungswürdige Restbezahnung im Oberkiefer.
   
Behandlungsplanung
Anhand der diagnostischen dreidimensionalen DVT - Bilder des Patienten und der Röntgenschablone werden die vier Implantate virtuell in der NobelGuide Software platziert. Auf diese Weise wird die Position, Ausrichtung und Verteilung optimiert.
   
Provisorische Versorgung
Schematische Darstellung der auf vier Implantaten verschraubten provisorischen Kunststoffbrücke.
   
Provisorische Versorgung
Fertiggestellte und zur Eingliederung bereite, glasfaserverstärkte Kunststoffbrücke im Oberkiefer.
   
Röntgenkontrolle
Das Panoramaröntgenbild zeigt die eingegliederte Oberkieferbrücke auf vier Implantaten.
   
Festsitzende, provisorische Versorgung im Oberkiefer
Die sofortige Belastung der Implantate wird mithilfe der vorbereiteten festen Versorgung erreicht, die vom Behandler am Tag der Operation finalisiert wird.
 
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