• Montag, 20.11.2017
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ALTERSKULTUR

Zukunftsorientierte und ambitionierte Projekte erfordern starke Partner

Von Maja Petzold  
Vom Einfamilienhaus in die Eigentumswohnung
© Kitty - Fotolia.com
Erfahrungswissen, ein hochtechnisiertes Assistenzsystem für ältere Menschen, ein Badezimmer für Babyboomer, SenLine: die Online-Zeitung für Generationen – das Aufgabenfeld der TERTIANUM-Stiftung ist auf den ersten Blick breit gefächert. Der gemeinsame Nenner ist der Beitrag zu einer modernen Lebensform im Alter („Altern gestalten lernen“). Rückblick auf das Geleistete und Vorschau auf das Geplante waren Themen der diesjährigen Einladung der Stiftungspartner, wobei intensive Dialoge geführt, aber auch die Kontaktpflege nicht vernachlässigt wurden.


Prof. Guido Oberer, Präsident des Stiftungsrates, wies anfangs darauf hin, dass die EU das Jahr 2012 zum "Europäischen Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen" deklariert hat. Ein Kernthema der Stiftung erfährt europäische Resonanz: Solidarität zwischen den Generationen, Intergenerativität auf allen Ebenen der Gesellschaft, Forschung auf dem Gebiet der Lebensformen und -kulturen des Alters - damit beschäftigt sich die Stiftung seit zwölf Jahren.


SenLine – die neue Online-Zeitung

"Die 'Gutenberg-Galaxis' des Gedruckten zurücklassend, wurde mit SenLine eine Online-Oase im Web geschaffen." Prof. Dr. Helmut Bachmaier, Stiftungsrat und Chefredakteur von SenLine, scheute den Vergleich eines Medienphilosophen mit den Weiten des Universums nicht, um das neue Informations-Medium vorzustellen, das in diesen Tagen genau ein Jahr alt geworden ist. Konzipiert als Kompetenzplattform für alle, die im weitesten Sinne mit Alter zu tun haben, soll es dazu beitragen, die Spielräume älterer Menschen zu erweitern. Wer SenLine regelmässig anklickt, kann den kontinuierlichen Zuwachs an vielfältigen Beiträgen, Themen und Angeboten verfolgen: www.senline.ch


Altersgerechte Assistenzsysteme für ein unabhängiges Leben

Das ambitiöse AAL-Projekt ("Ambient Assisted Living – umgebungsunterstütztes Leben") vereint neun europäische Partner in einem Konsortium, dessen Koordination bei Dr. Felix Piazolo, Universität Innsbruck, liegt. Schweizer Partner sind die TERTIANUM-Stiftung und die Curena AG. Das Projekt wird vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) und der Europäischen Union mitfinanziert. Es hat das Ziel, „die Mobilität älterer Menschen zu verbessern und gleichzeitig ihre Sicherheit zu erhöhen“, stellte Prof. Bachmaier fest.

Die Idee dazu war im Rahmen der Fussball-Europameisterschaft 2008 entstanden. Damals hatte sich das Touristenbüro Innsbruck an die Universität gewandt mit dem Wunsch, zur Orientierung der vielen Besucher ein praktikables Gerät zu entwickeln, das gleichzeitig Stadtführer und Stadtplan ersetzen könnte. Dr. Piazolo erläuterte den Anwesenden das Vorgehen der Wissenschaftler und Ingenieure bei der Entwicklung. Ein Prototyp ist für das kommende Jahr geplant.


Angesammeltes Wissen darf nicht verloren gehen!

"Erfahrungswissen" – ein gemeinsames Projekt der TERTIANUM-Stiftung zusammen mit Ruedi Winkler, Personal- und Organisationsentwicklung, - fördert den Wissensaustausch zwischen den Generationen in Unternehmen. Dieser Austausch zwischen den verschiedenen Generationen erhöht das Gesamtwissen, verbessert die Qualität der Kommunikation, stärkt den Zusammenhalt und das Engagement der involvierten Mitarbeitenden, was die Betriebskultur nachhaltig verbessert. Produktivitätsverluste durch Missverständnisse, Mangel an Wissen und Kommunikation werden minimiert. Dem Älterwerden der Kundschaft kann besser begegnet werden.

Bei ihrer Arbeit legt die Projektgruppe grossen Wert darauf, erst nach gründlicher Bedürfnisabklärung geeignete Methoden zur Realisierung des Wissensaustausches auszuwählen und vorzuschlagen. Einem Unternehmen werden keineswegs "Vorschriften" gemacht, sondern gemäss den von der Firma geäusserten Bedürfnissen entwickelt die Projektgruppe Methoden, die dem Unternehmen konkret dienen.

Nach dem abgeschlossenen Probelauf in drei Residenzen der TERTIANUM AG folgen ab Herbst 2012 Pilotphasen in zwei Firmen mit anschliessender Auswertung und evtl. Anpassung des Prozesses.


Das ideale Badezimmer für ältere Menschen

"Lebens- und Wohnformen im Alter" – unter diesem Titel leitete Prof. Oberer zwei Planungswettbewerbe. Auf den interessanten Küchenwettbewerb folgte nun ein ebensolcher zur Gestaltung eines altersgerechten Badezimmers. Als intimer Bereich der persönlichen Körperpflege besitzt das Bad auch bei älteren Personen einen hohen Wert und sollte deshalb entsprechend gestaltet werden. Trotz vieler einschränkender Vorgaben – z.B. einer Raumgrösse von nur 4.5 m² – gingen wiederum sehr beachtenswerte Vorschläge ein, die sich durch innovative, originelle und multifunktionale Elemente auszeichnen. Eine Dokumentation kann bei der TERTIANUM-Stiftung bestellt werden.

Für nächstes Jahr plant die Stiftung mit ihren Partnern eine Studie zu den Anforderungen an Lebens- und Wohnverhältnisse der Babyboomer-Generation in qualitativer sowie in quantitativer Hinsicht.


Partnerschaft der Zürcher Kantonalbank mit der TERTIANUM-Stiftung

"Eine wichtige Voraussetzung bei der Kundenbetreuung der ZKB ist ein angemessenes Bild der 'jungen Alten' ", stellte Andreas Schöni, Vertreter der Zürcher Kantonalbank und TERTIANUM-Stiftungsrat, fest. Gerade Vorsorge gilt als schwieriges Thema: Viele Kunden wollen nicht auf das Alter angesprochen werden, und viele jüngere Betreuer haben damit keine Erfahrung. Erfahrungswissen hat hier einen hohen Wert. Gemeinsame Aktivitäten der Stiftung und der ZKB stärken die Kooperation auch nach aussen hin: Schulung in Online-Banking/an Geldautomaten, Barrierefreiheit in Filialen, Aufbau einer Betreuungsstelle zu Wohneigentum im Alter, die Herausgabe von Informationsschriften, gemeinsame Veranstaltungen wie die jährliche Verleihung des Preises für Menschenwürde.

Die Veranstaltung schloss mit der Präsentation des rechtzeitig zu diesem Anlass fertig gestellten Videoclips, von Markus Brenner in enger Zusammenarbeit mit Prof. Bachmaier und der TERTIANUM-Stiftung künstlerisch gestaltet: Fliessendes Wasser als Medium aller Lebensformen – die überzeugende Darstellung dieses intergenerativen Ansatzes erhielt den verdienten Applaus.
 

       
 
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