• Montag, 29.05.2017
Print

WOHNFORMEN

Vom Einfamilienhaus in die Eigentumswohnung

Von Martin Loosli  
Vom Einfamilienhaus in die Eigentumswohnung
© de.fotolia.com
Eigentumswohnungen sind heute gefragter denn je. Vor allem in Stadtgebieten und Agglomerationen kommen wegen der knappen Baulandreserven viele Eigentumswohnungen in den Verkauf. Für Stockwerkeigentum entscheiden sich oftmals auch Wohneigentümer, die bislang in Einfamilienhäusern gelebt haben.


In städtischen Regionen ist Bauland rar geworden, und freistehende Einfamilienhäuser kommen immer seltener in den Verkauf. Diese Situation und die finanziellen Vorteile sind häufige Beweggründe für den Erwerb von Stockwerkeigentum, das meist preiswerter ist als ein Einfamilienhaus. Aber auch bei langjährigen Besitzern von Einfamilienhäusern ist der Wechsel in eine Eigentumswohnung verbreitet – dann meist aus Komfortüberlegungen.

Eine echte Alternative

Die Kinder sind ausgezogen, die körperliche Arbeit für den Unterhalt des Hauses wird langsam zu anstrengend, und die Freizeit nach einem langen Arbeitstag oder die neu gewonnene Freiheit nach der Pensionierung wird lieber mit einem Stadtbummel oder einem Theaterbesuch verbracht. Da bietet eine Eigentumswohnung einige Erleichterungen: Während der Unterhalt eines Einfamilienhauses aufwändig ist, wird die Betreuung eines Mehrfamilienhauses oder einer Wohnungssiedlung meist einer professionellen Verwaltung anvertraut. Diese organisiert die Instandsetzung und anfallende Erneuerungsarbeiten. Ausserdem sind die neuen Eigentumswohnungen meist altersgerecht ausgebaut, beispielsweise ohne Türschwellen sowie mit Liftzugang zur oder direkt in die Wohnung. Auch der Gedanke, nicht alleine, sondern mit mehreren Wohnparteien unter einem Dach zu leben, spricht bei vielen älteren Eigenheimbesitzern für Stockwerkeigentum. So können soziale Kontakte bei einer gemütlichen Jassrunde gepflegt oder beschwerliche Aufgaben wie das Einkaufen gemeinsam gemeistert werden.

Teil einer Gemeinschaft

Beim Kauf einer Eigentumswohnung sollten auf jeden Fall einige Besonderheiten bedacht werden. Wer eine Wohneinheit in einem Mehrfamilienhaus ersteht, erwirbt lediglich einen Anteil an einem Gebäude und am Gesamtgrundstück. Die so genannte Wertquote, d.h. der Anteil der Liegenschaft, der dem Käufer zusteht, wird im Grundbuch eingetragen. Die Quote berechnet sich in der Regel aufgrund der Wohnungsfläche sowie der zugehörigen Nebenräume im Sonderrecht wie Garage oder Keller. Auf eigene Faust handeln darf der Eigentümer nur innerhalb der eigenen vier Wände. Der Rest des Hauses – wie Treppenhaus, Tiefgarage, Heizung und das Grundstück selbst – gehören allen Parteien gemeinsam. Die Nutzung dieser Bereiche wird von der Gemeinschaft im Nutzungs- und Verwaltungsreglement und einer Hausordnung festgelegt, an die sich die verschiedenen Eigentümer halten müssen. In der Regel findet jährlich eine Stockwerkeigentümer-Versammlung statt, an welcher Vorhaben rund um die Liegenschaft beschlossen werden.


Weitere Artikel zum Thema:
 


Für solche Abstimmungen sehen die meisten Reglemente pro Eigentümer eine Stimme vor, einige gewichten nach Wertquoten. Grössere Vorhaben, z.B. die Sanierung der Fassade, erfordern meistens die Einstimmigkeit. Aber nicht nur die Entscheide werden zusammen gefällt. Auch die Kosten für gemeinschaftliche Lasten zum Betrieb, Unterhalt und zur Verwaltung der Liegenschaft tragen alle Eigentümer solidarisch. Normalerweise basiert der Kostenschlüssel auf den Wertquoten. Solche kollektiven finanziellen Leistungen sind beispielsweise Gebühren, laufende Unterhaltsarbeiten, Versicherungsprämien und Einlagen in den Erneuerungsfonds für grössere Renovationsvorhaben wie Fassadensanierung oder Ersatz technischer Anlagen.

Als Besitzer einer Eigentumswohnung ist man also Teil einer Gemeinschaft in einem Mehrfamilienhaus. Es kann im Zusammenleben und bei Gemeinschaftsentscheiden schon mal zu unterschiedlichen Meinungen kommen. Wer bereit ist, auch Kompromisse rund um sein Eigentum einzugehen, für den ist Stockwerkeigentum sicherlich geeignet.


 
       
 
Mail
Blog



Diesen Artikel:
Drucken | Merken | Feedback | Weiter empfehlen

Social Networks:
Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Google Bookmarks Windows Live Yahoo! Bookmarks