• Montag, 20.11.2017
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WOHNFORMEN

Das ideale Badezimmer – für ältere Menschen

Von Brigitte Kesselring  
© TERTIANUM-Stiftung
Die TERTIANUM-Stiftung lancierte im Sommer einen Studienauftrag zur Entwicklung und Darstellung eines zukunftsorientierten, seniorengerechten Badezimmers für eine typische 2½-Zimmer-Alterswohnung.


Auftrag
Beauftragt wurden drei Design-/Innenarchitekturbüros sowie Studenten der Fachhochschulen HSLU Luzern und BFH Burgdorf, Studiengang Innenarchitektur bzw. Architektur. Das Ergebnis: Trotz der kleinen Grundrissfläche von 4.5 m² und zahlreicher Vorgaben bietet das Bad für ältere Menschen erstaunliches Verbesserungs- und Entwicklungspotenzial. Wie könnte das Bad der Babyboomer-Generation aussehen?

Komfort auf kleiner Fläche
Die Jury würdigte insbesondere den Entwurf «IDeAL» von Irina Tikhamirova/Christian Baumberger. In ihrem Projekt, dessen Grundsetting gestalterisch und funktional überzeugte, verstehen sie es, sämtliche geforderten Komponenten komfortabel unterzubringen und dabei sogar verschiedene Ausstattungsoptionen und Individualisierungsmöglichkeiten zur eröffnen. So wäre anstelle des einen Lavabos auch eine Waschmaschine platzierbar. Eine raumlange Haltestange, die auch als Reling genutzt werden kann, edle Materialisierungen und sorgfältig gestaltete Details machen diesen Entwurf für jedes Alter gerecht. Speziell mit der Idee einer semitransparenten Wand schaffte es das Gestalterteam, die Enge des Raumes optisch zu brechen und einen Bezug zur Wohnung zu schaffen, ohne die Intimsphäre zu stören.

Innovatives und Visionäres
Einen innovativen Ansatz enthält das Projekt «Legato» von Florin Baeriswil und Team, dessen zentrale Idee in einer umlaufenden Reling mit integrierter Sitzgelegenheit besteht, die, so die Projektverfasser, „führt, schützt, definiert und verbindet“. Eine Lösung mit viel Innovationspotenzial. Visionär hingegen «Vaporo», der einzige Entwurf, in dem High-Tech/High-Touch eine dominante Rolle spielt. Das Team* der Berner Fachhochschule unter Prof. Guy Lafranchi setzt sich bewusst über Konventionelles hinweg und wagt die Skizzierung der Idee einer futuristischen, individuellen Wellnessoase.

Die Entwürfe, die im übrigen – ganz im Gegensatz zum gängigen Standard – alle mit Beleuchtungskonzepten überzeugen, weisen auf versteckte Potenziale hin, zeigen aber auch deutlich die Grenzen des definierten Grundrisses auf. Entsprechend plädierte die Jury neben der Weiterverfolgung einzelner Entwürfe auch für ein grundsätzliches Überdenken der Raumdimension eines Bades für ältere Menschen.

Die TERTIANUM-Stiftung würdigte den Gehalt der Entwürfe und wird in einem weiteren Schritt die interessantesten Lösungen hinsichtlich Umsetzbarkeit und Akzeptanz weiterverfolgen.


Weitere Informationen:
  • Unterlagen TERTIANUM-Stiftung:
    • Jurybericht (verfügbar ab Mitte Januar 2012)
    • Lebensformen und Lebensstile im Alter, Dokumentation von Prof. Dr. Helmut Bachmaier, Stiftungsrat/ GF der TERTIANUM-Stiftung und wissenschaftlicher Berater der TERTIANUM AG.

     
  • Jury/Jurierung:
    Die Jurierung fand am 28./29. November 2011 unter Vorsitz von Martin Spühler, Architekt SIA, statt.
    Die weiteren Jurymitglieder:
    • Felix Bohn, Architekt/Gerontologe,
    • Susanne Gysi, ETH Wohn-Forum,
    • Prof. Guido Oberer, Architekt ETH/SIA und Mitglied des Stiftungsrates der TERTIANUM-Stiftung,
    • Klaus Spechtenhauser, Kunsthistoriker,
    • Brigitte Kesselring, Fachredaktorin, mit einem Dank für die Artikelvorlage.

     
  • Projektteams

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