• Sonntag, 26.03.2017
Print

GENERATIONEN

Grosseltern und Enkel in Europa. Generationensolidarität im Wohlfahrtsstaat

Von François Höpflinger  
© Monkey Business - Fotolia.com
Die Integration von Grosseltern in das Unterstützungsnetzwerk von jungen Familien lässt sich auf die gestiegene Lebenserwartung und auf gesundes Altern älterer Menschen zurückführen. Parallel hierzu hat in den letzten Jahrzehnten ein Wandel des gesellschaftlichen Bildes von Grosselternschaft stattgefunden.

Rezension:
Corinne Igel, Grosseltern in Europa. Generationensolidarität im Wohlfahrtsstaat, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011

Grosselternschaft im gesellschaftlichen Wandel

Während Anfang und Mitte des 20sten Jahrhunderts Grosseltern eine marginale Rolle im familialen Netzwerk zugeteilt wurde, wird heute der Kontakte von Grosseltern mit ihren Enkel als förderlich für deren Sozialisation angesehen: Grosseltern stellen eine wichtige Bezugsperson für Kinder dar, weisen aber andere Verhaltensmuster auf als die Eltern, was förderlich für die Entwicklung des Kindes sein kann.

Anstatt Grosselternschaft in Verbindung mit stereotypisierten Rollenbildern zu bringen, werden heute vielfältige und individuell ausgestaltete Beziehungsstile der Grosseltern zu ihren Enkel wahrgenommen. Grosseltern können dabei eine stärkere intrafamiliale oder extrafamiliale Orientierung aufweisen, die sich auf die Art des Umgangs mit den Enkelkindern und deren Familien auswirkt. Dabei spielen neben Persönlichkeitsmerkmalen der Grosseltern soziökonomische und familiale Strukturen eine massgebliche Rolle. Innerhalb unterschiedlicher Beziehungstypen entwickelt sich nicht nur das affektive Verhältnis der familialen Generationen zueinander, sondern ebenfalls die Ausgestaltung praktischer Unterstützung oder finanzieller Transfers. Moderiert wird die Beziehung dabei durch die mittlere Generation, den Eltern der Enkel. Sie fungieren als sogenannte gatekeeper und koordinieren vor allem bei jüngeren Enkeln die gemeinsamen Aktivitäten der jüngeren mit der älteren Generation. Das Einbinden der Grosseltern in Betreuungssaufgaben wird dabei zu einer wichtigen Basis für deren spätere Beziehung zu den Enkelkindern.

Die funktionale Dimension in der Beziehung zwischen Grosseltern und Enkelkindern wurde in der soziologischen Forschung bisher kaum beachtet. Vielmehr stehen die Emotionalität der Beziehung und damit die affektive oder assoziative Solidarität zwischen Grosseltern und Enkeln im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Dabei erweisen sich Grosseltern besonders hinsichtlich der Betreuung ihrer Enkel als wichtige Quelle intergenerationaler Unterstützung. Zwischen 39 und 58 % aller Grosseltern in den SHARE-Ländern unterstützen ihre Kinder – also die Eltern der Enkel – durch die Leistung von Kinderbetreuung.

Funktionale Solidarität zwischen Grosseltern und Enkel
Das Modell intergenerationaler Solidarität identifiziert die Bedingungen zeitlicher und finanzieller Transfers von Grosseltern an ihre (Enkel)Kinder und postuliert, dass neben den Opportunitäten der Grosseltern auch die Bedürfnisse der Enkel und der Eltern der Enkel wichtige Erklärungsfaktoren sind. Damit wird den heterogenen grosselterlichen Beziehungsstilen und der Rolle der mittleren Generation Rechnung getragen. Der für die vorliegende Arbeit verwendete SHARE-Datensatz ermöglicht den Einbezug sowohl der Eigenschaften der Enkel als auch der Eltern und gewährleistet die Einnahme einer Dreigenerationenperspektive.

Neben den Opportunitäts- und Bedürfnisstrukturen der Grosseltern erweisen sich die familiale Struktur sowie die kulturell-kontextuelle Bedingungen als relevant für intergenerationale Solidarität.

Es zeigt sich, dass Grosseltern, die gesund und aktiv sind, in einer Partnerschaft leben und keiner Erwerbstätigkeit nachgehen eher Transfers an (Enkel)Kinder leisten. Ob und wie intensiv Grosseltern Enkelbetreuung leisten hängt zudem von ihrem Bildungsstand ab. Grosseltern mit einer hohen Bildung verfügen über mehr kulturelles Kapital und sind eher in die Betreuung ihrer Enkelkinder involviert. Andererseits weisen gut ausgebildete Grosseltern gleichzeitig höhere Opportunitätskosten für die Erbringung zeitlicher Transfers auf, was weniger zeitintensive Enkelbetreuung zur Folge hat. Enkelbetreuung wird zudem stark von den Bedürfnissen der mittleren Generation (den Eltern der Enkelkinder) beeinflusst. Vor allem die Erwerbstätigkeit von jungen Müttern und das Vorhandensein junger Enkel erfordert die Erbringung von grosselterlicher Kinderbetreuung.

Kinderbetreuung wird dabei vor allem über die Matrilinie organisiert: Grossmüttern leisten am häufigsten und intensivsten Enkelbetreuung für ihre Töchter. An zweiter Stelle steht die Grossvater-Tochter-Konstellation, während am seltensten Transfers zwischen Müttern und Söhnen sowie Vätern und Söhnen fliessen. Diese Befunde unterstützen die sogenannte kin keeper-These, die besagt, dass sich vor allem Frauen für den Zusammenhalt des Verwandtschaftsnetzwerks verantwortlich zeigen. Sie deuten zudem darauf hin, dass hauptsächlich Mütter die Organisation von Kinderbetreuung übernehmen und sich zu diesem Zweck an ihre eigenen Eltern wenden.

Grosseltern werden von Müttern oft als präferierte familiale Betreuungsperson in Anspruch genommen. Es hat sich gezeigt, dass nur wenige Grosseltern mit ihren Kindern über Fragen zur Erziehung der Enkel in Konflikt geraten. Dabei kann allerdings ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Auseinandersetzungen und grosselterlichen Kinderbetreuungsaktivitäten aufgezeigt werden. So stellen Enkelbetreuungsaktivitäten zwar eine wichtige Ressource und Hilfeleistung dar, können aber auch Anlass für Konflikte sein.

Oftmals haben Grosseltern mehr als nur ein (Enkel)Kind und müssen ihre Leistungen auf unterschiedliche Personen aufteilen. Insgesamt schwächt die Anzahl der Kinder die Häufigkeit und die Intensität intergenerationaler Solidarität ab. Dies zeigt sich sowohl für die Leistung von finanziellen Transfers als auch für die Erbringung von Kinderbetreuung und unterstreicht, dass die einzelnen Kinder in Bezug auf grosselterliche Unterstützung in Konkurrenz zueinander stehen.

Neben instrumentellen Hilfeleistungen an die Eltern der Enkel, stehen Grosseltern ihren Enkelkindern oftmals mit Rat und Tat zur Seite und helfen auch bei monetären Engpässen aus. Grundsätzlich hat die sozialwissenschaftliche Forschung bisher sehr wenig empirische Fundierung der viel zitierten Konzepte von Grosseltern als family watchdogs -Familienwächter, um Kinder vor sexuellen Übergriffen oder vor bestimmten Internetseiten zu schützen - oder silent saviors hervorgebracht. Vor allem finanzielle Transfers werden im Rahmen der Grosseltern-Enkelkind-Beziehung sehr selten untersucht. Diese Arbeit legt wichtige Ergebnisse bezüglich der ökonomischen Unterstützung von Enkelkindern vor. Enkelkinder erweisen sich nach den Kindern der Grosseltern zwar als zweitwichtigste Empfänger intergenerationaler finanzieller Transfers, sie erhalten jedoch seltener (Geld)Geschenke, und die Höhe der geleisteten Transfers erweist sich als wesentlich tiefer.

Bedeutsam für die Erbringung von finanzieller Unterstützung ist das individuelle Einkommen der Grosseltern; je mehr finanzielle Ressourcen vorhanden sind, desto eher werden (Geld)Geschenke gegeben. Inwiefern genau die Bedürfnisse der Enkelkinder eine Rolle spielen, konnte jedoch auch in dieser Arbeit nicht vollständig geklärt werden. Einerseits wirkt sich das Alter des jüngsten Enkelkindes tendenziell positiv auf die Leistung finanzieller Transfers aus. Das könnte ein Hinweis auf die bedarfsorientierte Vergabe von finanzieller Unterstützung gewertet werden, da Enkelkinder in der Regel mit steigendem Alter stärkere ökonomische Bedürfnisse aufweisen. Zudem gibt ein Teil der Grosseltern an, finanzielle Transfers zu leisten, um damit Konsumaktivitäten oder den Lebensunterhalt der Enkelkinder zu unterstützen.

Andererseits zeigen volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Kinderarmut oder Jugendarbeitslosigkeit keinen Effekt auf grosselterliche Unterstützung. Ausserdem werden die meisten (Geld)Geschenke im Rahmen von Familienfesten erbracht, was auf eine ritualisierte, emotionsgebundene Vergabe hindeutet. Grosselterliche finanzielle Transfers basieren demnach auf der Emotionalität der Beziehung zwischen Grosseltern und Enkelkindern, berücksichtigen aber zu einem gewissen Grad auch materielle Bedürfnisse der jüngsten Generation.

(Geld)Geschenke fliessen zudem sehr viel häufiger an Enkelkinder, wenn die Grosseltern intergenerationale Hilfe und Pflege von diesen erhalten. Dieser Befund unterstützt die These, dass die Beziehung zwischen Grosseltern und ihren Enkelkindern durch eine sogenannte normative Asymmetrie gekennzeichnet ist.

Grosseltern erwarten von ihren Enkelkindern keine Hilfeleistungen, empfinden jedoch für das Wohlergehen ihrer Enkel eine starke Verantwortung. Wenn ein Enkelkind Hilfe oder Pflege an die Grosseltern leistet, fühlen diese sich verpflichtet, die empfangenen zeitlichen Transfers mit (Geld)Geschenken zu kompensieren. Es setzen also Reziprozitätsnormen ein, wobei davon ausgegangen werden kann, dass im Falle der Unterstützung von Grosseltern durch Enkelkinder die Rückzahlung nicht im Sinne eines utilitaristischen, also eines vom Nutzen bestimmten Prozesses stattfindet, sondern moralische Richtlinien im Vordergrund stehen. Diese dienen dazu, die Verletzung des Grundsatzes der sogenannten normativen Asymmetrie zwischen Grosseltern und Enkel aufzuheben und den Gleichgewichtszustands zwischen Geben und Nehmen wieder herzustellen.

Grosselternschaft im Wohlfahrtsstaat
Grosselternschaft wird heutzutage zwar weniger stark von gesellschaftlichen Rollenbildern geprägt, dennoch lassen sich nationale Unterschiede in Bezug auf Unterstützungsleistungen zwischen Grosseltern und Enkelkinder finden. Dabei zeichnet sich der Süden Europas durch einen starken Familialismus aus, während im Norden ein individualistischer Denkstil vorherrscht. Dementsprechend weisen in Italien, Spanien und Griechenland Grosseltern starke Verantwortungsgefühle gegenüber dem finanziellen Wohlergehen ihrer Enkel und deren Familien auf und sind zudem der Meinung, dass Grosseltern ihre Kinder bei der Betreuung der Enkel unterstützen sollen. Bei Grosseltern in Schweden und Dänemark herrschen hingegen weniger starke Verpflichtungsnormen. Diese kulturellen Normen spiegeln sich in den strukturellen Rahmenbedingungen und der Ausgestaltung der europäischen Wohlfahrtsstaaten.

Es zeigt sich, dass in Nordeuropa, Frankreich und den Niederlanden mehr Grosseltern in die Betreuung ihrer Enkel involviert sind als in Südeuropa, Deutschland und der Schweiz. Betrachtet man hingegen die Intensität der Betreuungsaktivitäten, leisten südeuropäische Grosseltern sehr viel mehr wöchentliche Betreuungsstunden als Grosseltern in Nordeuropa. Enkelbetreuung in Europa kann also den Charakter einer gelegentlichen spontanen Hilfeleistung annehmen oder aber einer intensiven, stark an den Bedürfnissen der jungen Eltern orientierten Dienstleistung gleichen. Mit etwa 30% leistet ein beachtlicher Teil südeuropäischer Grosseltern mehr als 40 Stunden Betreuungszeit wöchentlich, was einer Vollzeitanstellung gleichkommt.

Die Analysen zeigen, dass staatliche Ausgaben für Familien einerseits die Wahrscheinlichkeit grosselterlicher Kinderbetreuung positiv beeinflussen und andererseits die Intensität der erbrachten Enkelbetreuung reduzieren. Diese Befunde lassen auf ein crowding in der Häufigkeit grosselterlicher Transfers schliessen, während die Intensität der Enkelbetreuung einem crowding out-Effekt unterliegt. In den sozialdemokratischen Ländern mit ausgebauten Familienleistungen, wie zum Beispiel Kinderbetreuungseinrichtungen und langer Elternzeit, können mehr Kinder von grosselterlichen Leistungen profitieren. In südeuropäischen Regimes mit geringen Investitionen für Familien wird zwar weniger oft Betreuung geleistet, wenn aber ein Grosselternteil zum Einsatz kommt, fallen sehr viel mehr Betreuungsstunden an. Diese Befunde unterstützen die sogenannte Komplementaritätsthese, die auf die Ergänzung staatlicher Leistungen durch familiale Unterstützungen hinweist. Die helfenden Angehörigen werden dabei durch öffentliche Leistungen entlastet. Dadurch können sie einerseits viel ungebundener einen Teil der nachgefragten Unterstützung übernehmen und andererseits ihre Ressourcen auf mehr Familienmitglieder aufteilen. Enkelbetreuung in Italien, Griechenland und Spanien hat oftmals den Charakter einer Vollzeitaufgabe, was nicht zuletzt die Risiken für eine Überforderung der älteren Generation erhöht.

Von der Entlastung der Grosseltern durch öffentliche Kinderbetreuungsmassnahmen und der Finanzierung von Elternzeit profitieren oftmals die Familien der Söhne. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass Grosseltern in erster Linie ihren Töchtern bei Kinderbetreuungsaufgaben helfen und nur dann den Söhnen Unterstützung gewährleisten, wenn genügend freie Ressourcen vorhanden sind. Familienpolitische Massnahmen tragen folglich dazu bei, Grosseltern zu entlasten und ihre Hilfeleistungen auch den Söhnen zu Gute kommen zu lassen.

Auch finanzielle Transfers an Enkelkinder werden nicht nur durch die individuellen Merkmale der Grosseltern beeinflusst, sondern unterliegen ebenfalls wohlfahrtsstaatlichen Strukturen. So weisen Griechenland, Italien, Österreich und Deutschland hohe staatliche Ausgaben für Alters- und Hinterbliebenenrenten auf und gleichzeitig berichten in diesen Ländern mehr Grosseltern von (Geld)Geschenken an ihre Enkelkinder. In den Niederlanden, der Schweiz und Dänemark investiert der Staat sehr viel weniger in die Finanzierung von Renten, und ein geringerer Anteil an Grosseltern lässt den Enkelkindern finanzielle Unterstützung zukommen.

Der Einfluss der staatlichen Ausgaben deutet auf ein crowding in finanzieller Transfers an Enkelkinder durch staatliche Unterstützungsleistungen an die ältere Generation hin. Das sogenannte "Kaskadenmodell" finanzieller Transfers – welches besagt, dass ökonomische Unterstützung hauptsächlich von der älteren an die jüngere Generation fliesst – kann durch die Ebene wohlfahrtsstaatlicher Investitionen erweitert werden. Der Staat befähigt demnach die ältere Generation, durch stark ausgebaute Rentenleistungen finanzielle Transfers an Enkelkinder zu leisten. Wohlfahrtsstaatliche Ausgaben für Familien reduzieren hingegen die Bedürfnisse der jungen Generation und führen zu weniger finanziellen Transfers an Enkelkinder. Dieses Muster deutet auf ein crowding out grosselterlicher Solidarität hin: In Ländern, in denen familienpolitische Massnahmen der jüngeren Generation Unterstützung gewähren, werden seltener Transfers geleistet, da hier der Bedarf nach intergenerationaler Solidarität geringer ist.

Geburten und Fruchtbarkeit Quelle: Bundesamt für Statistik / www.admin.ch 

   



Sozialpolitische Implikationen
In Europa hat in den letzten Jahrzehnten eine gesteigerte Nachfrage nach externer Kinderbetreuung eingesetzt. Die Europäische Union (EU) fordert ihre Mitgliedstaaten auf, das staatliche Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen auszubauen, um so die Erwerbstätigkeit von jungen Frauen zu erleichtern und gleichzeitig die europäischen Fertilitätsraten zumindest zu stabilisieren oder sogar zu fördern. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit dadurch tatsächlich die von vielen Stimmen kritisierte Verlagerung von Kinderbetreuungsaufgaben weg von der Familie hin zu staatlichen Institutionen stattfindet und ob Grosseltern demzufolge ihre Stellung im intergenerationalen Netzwerk einbüssen.

Die Analysen in dieser Studie haben gezeigt, dass die Intensität grosselterlicher zeitlicher Transfers durch die Bereitstellung öffentlicher Kinderbetreuung verringert wird. Auf der anderen Seite wird intergenerationale Solidarität aber durch Entlastungsprozesse gefördert, und es erklären sich mehr Grosseltern bereit, Kinderbetreuungsaufgaben zu übernehmen. Zudem können sie ihre Unterstützung bei weniger starker Beanspruchung durch einzelne Kinder auf mehr Kinder verteilen. Der steigenden Nachfrage nach externer Kinderbetreuung kann demnach durch eine effiziente Kooperation zwischen formalen Organisationen und Familienmitgliedern am besten Folge geleistet werden; denn auch wo stark ausgebaute Kinderbetreuungsstrukturen bestehen, sind Grosseltern wichtig. Öffentliche Kinderbetreuung kann den Betreuungsbedarf von erwerbstätigen Eltern nie gänzlich abdecken. Auch in Schweden und Dänemark springen Grosseltern sporadisch ein, zum Beispiel dann, wenn Enkel krank sind oder die Eltern spezielle zeitliche Engpässen haben.

Je mehr die Grosseltern entlastet werden, desto eher können sie dabei ihre Ressourcen aufteilen, und je mehr Hilfe der Staat zur Verfügung stellt, desto leichter fällt die Kooperation zwischen familialer und institutioneller Betreuung. Eine Ergänzung institutioneller Betreuung durch grosselterliche Hilfe ermöglicht dabei einen qualitativ hohen Standard von Kinderbetreuung, denn der Einbezug von Grosseltern in die Fürsorge der Kinder bringt Vorteile mit sich. Erstens wird durch enge Grosseltern-Enkel-Beziehungen die Basis für spätere intergenerationale Unterstützungsleistungen gelegt, zweitens erweist sich ein moderater und ausgewogener Einbezug älterer Menschen in Kinderbetreuungsaufgaben als vorteilhaft für alle Generationen: Enkelkinder profitieren von dem Kontakt zu den Grosseltern und deren Zuwendung, was sich positiv auf ihre psychologische Entwicklung auswirken kann. Die Eltern der Enkel erfahren eine wesentliche Entlastung bei der täglichen Haushaltsorganisation durch eine vertraute familiale Bezugsperson - und nicht zuletzt wird die ältere Generation ungezwungen in das Familienleben integriert, und Grosseltern geniessen die gewünschte emotionale Nähe zu den Enkelkindern.

 

Links zum Thema:
       
 
Mail
Blog



Diesen Artikel:
Drucken | Merken | Feedback | Weiter empfehlen

Social Networks:
Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Google Bookmarks Windows Live Yahoo! Bookmarks