• Montag, 20.11.2017
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FINANZPLATZ

Investitionen in Innovationen

Von Claudio Müller  
Anlagen für Senioren in unsicheren Zeiten. Eine ganz persönliche Betrachtung.

Viele ältere Anleger haben grosse Erfahrungen im Investieren – gute und schlechte. Was haben sie nicht alles schon an konjunkturellen Entwicklungen erlebt: Aufschwung, Rezession, Inflation, Währungsunruhen, Schuldenkrisen usw. Fortschritte und Rückschritte hielten sich fast die Waage. Auf wie viele gute Tipps ist man eingestiegen und auf die Nase gefallen! Wie viele Strategien haben wir erklärt erhalten und diese vielleicht auch nachvollzogen? Das Resultat: Vieles hat gut funktioniert, vieles nicht. Erträge und Verluste haben sich mit schöner Regelmässigkeit abgelöst, besonders wenn man in Aktien investiert hat.

Skepsis gegenüber Prognosen

Nun ist man älter geworden und auch misstrauischer. Man glaubt Prognosen nicht mehr, lässt sich von jungen und gut ausgebildeten Anlagespezialisten nicht mehr viel sagen. Die Vorsicht, das Vermeiden von Risiken, steht im Vordergrund. Experimente sind nicht mehr gefragt. Warum eigentlich nicht? Häufig ist man finanziell recht gut abgesichert, man hat eine sichere Rente, die Ansprüche nehmen häufig auch ab. Die Struktur der Ausgaben verändert sich laufend: weniger Grosseinkäufe, mehr Geld für Gesundheit.

Sichere Werte

Als Anleger ziehen sich ältere Personen oft auf so genannte sichere Werte zurück. Man legt nur noch in sichere Anlagen an, auf Sparkonten und in Obligationen von gut bewerteten Unternehmen oder gar Staaten – eben das, was alle anderen auch machen. Warum eigentlich? Wenn alle in die gleichen Gefässe investieren, sagt eine alte Regel, steigen die Kurse, aber auch die Risiken. Warum also nicht einmal mit einem Teil seines Vermögens etwas anderes, etwas Neues versuchen?

Investieren in junge Unternehmen

Was gibt es für Möglichkeiten? Einige. Wie wäre es beispielsweise, wenn man mit einem verantwortbaren Teil seines Vermögens in junge Unternehmen investiert, in Innovationen und vielleicht in Projekte, welche etablierte Investoren in der Regel meiden oder sogar wegen Vorschriften meiden müssen? Zugegeben, die Risiken sind höher, die Chancen aber auch. In der Schweiz wie in vielen anderen Volkswirtschaften entsteht ein grosser Teil der Innovationen nicht in Grossunternehmen mit riesigen Forschungsbudgets, sondern im KMU-Bereich, also in mittelständischen Unternehmen. Man staunt immer wieder, welche Innovationskraft einzelne Personen oder Kleinfirmen entwickeln. Ein Teil des wirtschaftlichen Erfolgs unseres Landes basiert genau auf diesen Innovationen. Vielleicht wäre es einen Versuch Wert, sich solche Anlagemöglichkeiten näher anzusehen.

 

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