• Montag, 29.05.2017
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WOHNFORMEN

Die intelligente Küche – nicht nur für Senioren

Von Guido ObererKüchenwettbewerb Seite 1 | 2
 

In den nächsten Jahren steigt aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge die Zahl älterer und alter Menschen (sog. Babyboomer) stark an und wird das Gesicht unserer Gesellschaft markant prägen.


Gleichzeitig nimmt der Wunsch dieser älteren Menschen zu, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben und trotz zunehmender körperlicher oder kognitiver Einschränkungen ein Maximum an Selbständigkeit zu erhalten. Diesem durchaus verständlichen Bedürfnis hat in Zukunft unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, aber auch der künftige Wohnungsbau vermehrt Rechnung zu tragen durch entsprechende altersgerechte, modular und individuell anpassbare Wohnbaukonzepte. Innerhalb dieser Wohnkonzepte nimmt der Küchenbereich – bei jeder Generation - eine zentrale Stellung ein. Deshalb haben wir uns von der TERTIANUM-Stiftung in einem Planungswettbewerb mit diesem Thema befasst.

Zielsetzung und Auftrag

Die TERTIANUM-Stiftung – als „Ideenwerkstatt für Altersfragen“ - suchte im Jahr 2010 über einen Gestaltungswettbewerb "die intelligente Küche – nicht nur für ältere Menschen". Die Küche nimmt als multifunktionale Drehscheibe im Leben nicht nur der älteren Menschen einen immer grösseren Stellenwert ein. Zur Erlangung von innovativen Projektvorschlägen organisierte die Stiftung einen Studienwettbewerb unter Innenarchitekten, Designern und Fachhochschul-Studierenden mit dem Ziel, die bestgeeigneten Vorschläge evtl. als Prototyp in einer geeigneten Wohnliegenschaft für ältere Menschen umzusetzen.

Die Aufgabe für die Planer bestand in der Entwicklung eines zukunftsorientierten, modular aufgebauten und realisierbaren Küchenkonzeptes für eine 2½-Zimmer- Alterswohnung, das dem individuellen Lebensstil seiner Benutzer weitgehend anpassbar und in die jeweils gegebene Grundrisskonzeption integrierbar sein soll.

Planungsgrundlagen

Neben einem ausführlichen Beschrieb der Planungsaufgabe erhielten alle Wettbewerbsteilnehmer drei konkrete Grundrisse von realisierten Alterswohnungen, einen Fachbericht zum Thema "Lebensformen im Alter" von Prof. Dr. Helmut Bachmaier sowie das Dokument "Planungsrichtlinien für behindertengerechtes Bauen" von Architekt Felix Bohn, Beratungsstelle für behindertengerechtes Bauen. Als Basis wurde im Vorfeld des Wettbewerbs durch ImmoQ eine Bedürfnisumfrage zur "idealen Küche" via seniorweb.ch durchgeführt und die Ergebnisse in die Ausschreibungsunterlagen integriert.

Beurteilungsgremium und – Kriterien

Das Beurteilungsgremium, das im November 2010 alle sechs eingereichten Küchenstudien professionell beurteilte und würdigte, bestand aus 2 Architekten, einer Vertreterin der Stiftung für behindertengerechtes Bauen, 2 Küchenexperten sowie einer Fachfrau für Marketing und Kommunikation. Alle Arbeiten wurden nach den folgenden Kriterien beurteilt:

• Funktionalität und Betriebsabläufe
• Gestaltung und Ergonomie
• Materialwahl und Farbgebung
• Technik und Sicherheit.

Ein besonderes Gewicht wurde bei der Projektbeurteilung auf das innovative Design, die Hindernisfreiheit sowie auf die Modularität und Flexibilität gelegt. Auf eine Rangierung der beurteilten sechs Projekte wurde bewusst verzichtet, und alle Teilnehmer wurden gleichwertig honoriert, wobei das Gremium zwei Arbeiten zur vertieften Weiterbearbeitung empfahl.
 

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