• Montag, 20.11.2017
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GENERATIONEN

Humanitärer Akt zwischen Generationen

Von Jan Schneider  
Humanitärer Akt zwischen Generationen
 Ein Beitrag von Terre des hommes 
© Terre des hommes
Über 13‘000 Kinderleben konnte Terre des hommes (Tdh), das grösste Kinderhilfswerk der Schweiz, dank der medizinischen Spezialbehandlungen in den letzten 50 Jahren retten. Seit mehr als zwei Jahren operiert auch das Inselspital Bern Kinder am Herzen. Bei einer exklusiven Führung konnten Tdh-Spender mehr über das Projekt erfahren – und sogar einen Blick hinter die Kulissen werfen.


40 Grad im Schatten, keine Klimaanlage. Die Atmung funktioniert schlecht, das Herz schmerzt. Nur ein paar Flugstunden entfernt sieht alles anders aus. Wohltemperierte Unterkunft, Kinder zum Spielen und die Aussicht auf eine Gesundheit, wie sie bis dahin unvorstellbar war. Dies ist das Resultat einer hochkomplexen internationalen Zusammenarbeit, welche Terre des hommes (Tdh) seit 1960 mit engagierten Partnern erbringt. Herzkranke Kinder aus Afrika und Nahost, denen es in ihren Herkunftsländern an der nötigen Infrastruktur und dem Personal fehlt, können dank Tdh in europäischen Spitälern operiert werden. Seit 2011 bildet auch das Inselspital Bern mit Tdh eine humanitäre Allianz zur Hilfe für Kinderherzen.

Blick hinter die Kulissen

Um Freunden und Spendern von Tdh das Projekt näher zu bringen, organisierte das Kinderhilfswerk eine exklusive Führung durch das Inselspital Bern. Spannende Vorträge durch prominente Redner wie etwa Prof. Dr. med. Thierry Carrel, Direktor der Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie, sowie ein Rundgang mit Besichtigung der Operationsabteilung, der pädiatrischen Intensivstation und des Zentrums für angeborene Herzfehler standen im Vordergrund dieses Besuches.


  Humanitärer Akt zwischen Generationen  
  © Odile Meylan  

Interessierte Besucher, komplexe Logistik

Der Rundgang stiess bei den Teilnehmenden auf grosses Interesse: Geduldig beantworteten Terre des hommes und die entsprechenden Ärzte die zahlreichen Fragen und versuchten, den Spendern die gemeinsame Zusammenarbeit verständlich zu erklären. „Ich hätte nicht gedacht, dass dies so viel Organisation erfordert. Nun sehe ich die Dinge etwas anders und weiss ganz genau, wofür ich spende und wie die Mittel verwendet werden“, meinte eine Spenderin.

Das Projekt, welches sich auch „Reise ins Leben“ nennt, wird von einem Netz von Partnern getragen. Neben dem Inselspital Bern sind auch die Spitäler CHUV in Lausanne sowie das HUG in Genf fest eingebunden. Im Tdh-Kinderheim „La Maison de Massongex“ im Unterwallis sorgt ein kompetentes Personal für die Vor- und Nachpflege der Kinder. Zudem stellen Dutzende von freiwilligen Helfern in der Schweiz ihre Dienste als Fahrer, Pflegefamilie oder als Betreuungsperson im Spital zur Verfügung. Und nicht zuletzt kann dieses Projekt auch nur dank grosszügigen Spenden realisiert werden. Eine der prominentesten Spendenaktionen betreibt der Verein „Charity Gala Tdh“, der alle zwei Jahre im Zürcher Baur au Lac eine Benefiz-Gala zu Gunsten dieses Projektes veranstaltet. Im Jahr 2013 sind dank dieser Aktion sage und schreibe 231‘000 Franken gespendet worden.

Dank diesen Spenden können für die rund 450 Behandlungen pro Jahr neben den Operationen und Flügen auch die professionelle Betreuung und Pflege der Kinder durch 16 Mitarbeitenden sichergestellt werden.

Schicksale zum Guten wenden

Für das engagierte Ärzteteam des Inselspitals Bern haben die Spezialbehandlungen einen besonderen Stellenwert: „Es ist wundervoll. Manche Kinder schreiben uns, nachdem wir sie operiert haben und senden uns Fotos. Es berührt einen sehr zu sehen, dass wir mit unserer Hilfe ganze Familien-Schicksale zum Guten wenden können. Das gibt Kraft und Energie zum Weitermachen und rettet letzten Endes unsere Motivation. Denn ohne die ginge es gar nicht“, erzählt Dr. Alexander Kadner, Leitender Arzt für angeborene Herzfehler.

Und auch die TERTIANUM-Stiftung ist begeistert vom Projekt: „Es ist ein humanitärer Akt und gut zu sehen, wie sich Jung und Alt gemeinsam auf ihre je eigene Art und Weise helfen und füreinander da sind. Ganz im Sinne der Intergenerativität“, äusserte sich Prof. Dr. Helmut Bachmaier, Stiftungsrat der TERTIANUM-Stiftung.

Die Stiftung Terre des hommes – Kinderhilfe (Tdh) ist seit 2013 Partner der TERTIANUM–Stiftung. Wer mehr zum Projekt erfahren möchte, den informieren wir gerne persönlich. Rufen Sie uns im Büro Deutschschweiz an unter 044 245 44 44 oder schreiben Sie uns unter info@tdh.ch.
Prof. Dr. med. Thierry Carrel
  Prof. Dr. med. Thierry Carrel,
Direktor der Universitätsklinik für Herz-
und Gefässchirurgie.
  Prof. Dr. med. Thierry Carrel zum Partneranlass mit Tdh: „Das Projekt Spezialbehandlungen im Rahmen unserer Hilfe für Kinderherzen ist ein grosser logistischer Aufwand. Dieser muss bereits vor, als auch nach der Operation bewältigt werden, wenn Kinder aus Entwicklungsländern in der Schweiz eine lebensrettende Operation erhalten sollen. Es hat uns sehr gefreut, dass wir den interessierten Spendern unsere Arbeit zeigen durften, damit sie das Projekt besser verstehen. Terre des hommes gebührt das grosse Verdienst, dieses Projekt seit vielen Jahren weiter zu entwickeln.“




 
       
 
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