• Montag, 20.11.2017
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ALTERSTHEMEN

Erbrecht: Einsetzung eines Willensvollstreckers?

Von Renato Sauter  
  Erbrecht: Einsetzung eines Willensvollstreckers
© fairith - Fotolia.com
Oftmals sind die Erben mit den Problemen, die sich bei einer Erbteilung ergeben, überfordert. Und die Hinterbliebenen sind in der schweren Zeit der Trauer mit administrativen Tätigkeiten wie Steuerinventarisation oder Bezahlung von Rechnungen konfrontiert. Genau dann kann ein Willensvollstrecker die nötige Unterstützung leisten.


Mitunter gehört es zu den wichtigsten Aufgaben eines Willensvollstreckers, im Erbfall das Nachlassvermögen zu verwalten und die Erbteilung vorzubereiten. Dabei ist er an die testamentarischen Anordnungen des Erblassers gebunden. Der Willensvollstrecker ist somit eine Art „verlängerter Arm“ des Erblassers und sorgt für die Umsetzung des letzten Willens des Verstorbenen.

Ein guter Willensvollstrecker wird die Erben auch über ihre Rechte und Pflichten aufklären. Dazu gehört zum Beispiel die Pflicht des Erben, den eigenen Anteil an der unverteilten Erbschaft in seiner eigenen Steuererklärung zu deklarieren. Ein Willensvollstrecker übernimmt zudem die Berechnung der einzelnen Ansprüche. Vor allem aber kann er in heiklen Situationen unter den Erben vermitteln oder den überlebenden Ehepartner unterstützen. Der Willensvollstrecker wirkt also in verfahrenen Situationen als Mediator und bringt konstruktive Lösungsvorschläge ein. All dies sind vertrauensvolle Aufgaben. Deshalb ist es wichtig, die vorgesehene Person auch vorgängig über die zu erwartende Willensvollstreckung zu informieren. Bei der Wahl des Willensvollstreckers gilt es darauf zu achten, dass dieser über das nötige Fachwissen und die Erfahrung aus vielen Verfahren verfügt. Er sollte zudem neutral und keinem Erben verpflichtet sein.

Für fast alle Fälle

Es gibt zahlreiche Konstellationen, für die die Einsetzung eines Willensvollstreckers sinnvoll ist: zum Beispiel bei Patchworkfamilien, also Paaren mit nicht gemeinsamen Kindern, bei alleinstehenden Personen, bei komplexen Vermögensverhältnissen oder wenn schwierige Teilungsvorschriften bestehen. Empfehlenswert ist die Bestimmung eines Willensvollstreckers sicherlich auch, wenn Erben im Ausland leben oder bei belasteten zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gibt aber durchaus auch einfache und klare Verhältnisse, die keinen Willensvollstrecker bedürfen. Allerdings zeigt die Praxis, dass selbst dann, wenn die Erben vorher ein gutes Verhältnis untereinander hatten, im Erbfall trotzdem Streitereien entstehen können. Darum ist die Ernennung eines neutralen Willensvollstreckers in sehr vielen Fällen ratsam.


  Ein guter Willensvollstrecker wirkt in    
    verfahrenen Situationen auch als Mediator.  


Wie vorgehen?

Die Einsetzung eines Willensvollstreckers muss durch eine letztwillige Verfügung erfolgen. Grundsätzlich kann jede handlungsfähige Person eine Willensvollstreckung übernehmen. Es empfiehlt sich allerdings, einen erfahrenen und objektiven aussenstehenden Willensvollstrecker einzusetzen, zum Beispiel die eigene Bank, eine Treuhandgesellschaft oder einen Anwalt. Eine solche Lösung gewährleistet, dass bei der Erbteilung alles ihre Richtigkeit hat. Natürlich ist die Arbeit eines solchen Willensvollstreckers nicht kostenlos. Die erwähnten Vorteile für die Erben machen sein Honorar allerdings mehr als wett.

Auch die Zürcher Kantonalbank übernimmt Willensvollstreckungsmandate oder bietet für sämtliche Aspekte der Nachlassregelung umfassende Beratungen an.



  ZKB
 
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