• Montag, 20.11.2017
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PERSPEKTIVEN

Ein Ort für Geniesser

Von Max Hugelshofer  
Ort für Geniesser  
 Ein Beitrag der Schweizer Berghilfe   
© Schweizer Berghilfe
Brigitte und Pascal Géraudel haben mit dem Atelier d’En Bas in einer Randregion einen Ort der Gastfreundschaft geschaffen. Das Herz bilden Kochkurse, in welchen Pascal sein Kochwissen genauso weitergibt wie Tipps zum respektvollen Umgang mit regionalen Lebensmitteln – beispielsweise mit Pilzen.


Steinpilze, Habichtspilze, Eierschwämme, Orangenröhrlinge, Mehlräslinge, Schafsfusspilze, Nebelgraue Trichterlinge, Herbstpfifferlinge, Porphyr-Egerlinge und Mönchsköpfe: Pascal Géraudel betrachtet zufrieden die Pilze, die vor ihm auf dem Tisch der Küche im Atelier d’En Bas liegen. Der Koch sortiert sie und geniesst die verschiedenen Düfte, welche die Pilze verströmen. Langsam konkretisiert sich in seinem Kopf das raffinierte Vier-Gang-Menu, das später die Teilnehmer eines Kochkurses zum Thema Pilze zubereiten werden: Pilzcrèmesuppe, Pilzquiche mit Etivaz-Käse, Pilzhamburger à La Tine und zum Dessert Vanilleglacé mit einem Sablébiscuit und angerichtet in Form eines Pilzes – natürlich alles selbst hergestellt.


 
Hilfe zur Selbsthilfe für die Schweizer Bergbevölkerung – seit 1943
Nur wenn das soziale und wirtschaftliche Umfeld stimmt, wandern die Menschen nicht aus den Berggebieten ab. Deshalb unterstützt die Stiftung Schweizer Berghilfe jedes Jahr mehrere hundert Projekte von Einzelpersonen und Gemeinschaften, welche die harten Lebensbedingungen in den Bergregionen verbessern. So werden unter anderem dringend notwendige Arbeitsplätze erhalten und geschaffen. Dies ermöglicht es den Menschen in den Schweizer Bergen, ein genügendes Einkommen zu erwirtschaften und weiterhin in ihrer Heimat zu leben.
 

Die eigenen Chefs sein

Schweizer Berghilfe
Das Dorf La Tine befindet sich wenige Kilometer von Château-d’Oex entfernt, im malerischen Pays-d’Enhaut. Dennoch verirren sich normalerweise kaum Touristen hierher. Ein Freund wies Brigitte und Pascal Géraudel auf das zum Verkauf stehende, stark renovierungsbedürftige Gebäude hin. Sie packten die Chance, nach vielen Jahren als Angestellte ihre eigenen Chefs zu sein und einen eigenen Gastronomiebetrieb zu eröffnen. «Es sollte etwas sein, das wir zu zweit führen und ganz nach unseren Vorstellungen gestalten können», sagt Brigitte.

Zahlreiche Helfer beim Umbau

Mithilfe von zahlreichen Freunden und Handwerkern aus der Region nahmen sie den Umbau in Angriff. «Trotz aller Unterstützung kamen wir an einen Punkt, an welchem wir das Projekt aus finanziellen Gründen beinahe hätten stoppen müssen. Wir konnten nicht mehr», erzählt Pascal. «Zum Glück unterstützte uns in diesem Moment die Schweizer Berghilfe. Sonst gäbe es das Atelier d’En Bas nicht.» Seit der Eröffnung im Frühsommer 2012 können sich Touristen im ersten Stock des Hauses in drei mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichteten Gästezimmern ausruhen. Und im Parterre werden Restaurantgäste kulinarisch verwöhnt. Jeden Tag gibt’s etwas anderes. «Ich möchte meine Gäste mit neuen, aber auch traditionellen Speisen überraschen und sie auf eine kulinarische Entdeckungsreise mitnehmen», sagt Pascal, der die Lebensmittel von sorgfältig ausgewählten Produzenten bezieht. «Mir ist wichtig, dass die Zutaten – wo immer möglich – saisonal aus der Region kommen und nicht importiert werden.»

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Tipps und Tricks aus erster Hand

Schweizer Berghilfe - La Tine
© Schweizer Berghilfe
Das eigentliche Herz des Atelier d’En Bas sind die Kochkurse. Hier kann Pascal seine Liebe zur Küche und zum respektvollen Umgang mit den Produkten ausleben. Er zeigt den Kursteilnehmern Handgriffe, motiviert sie, etwas Neues zu versuchen, erklärt und verrät auch einige Tricks, die man im Alltag in der eigenen Küche anwenden kann. Hier gibt er weiter, was er selber bei französischen Spitzenköchen gelernt und über die Jahre hinweg perfektioniert hat. Und immer dabei: ein Augenzwinkern, ein aufmunterndes Lächeln, wenn etwas nicht auf Anhieb gelingt, oder ein Witz. Pascal betont denn auch, dass für ihn das Erlebnis im Zentrum eines Kurses im Kochatelier steht: «Die Teilnehmer sollen eine wunderbare Zeit in freundschaftlicher Ambiance erleben und ein genussvolles Erlebnis teilen.» Ganz nebenbei hat er erreicht, dass im etwas verlassenen Tal neues Leben eingekehrt ist.

Kontakt, weitere Informationen: www.latelierdenbas.ch



 
Über das Leben hinaus Gutes tun
Viele Menschen möchten auch über ihr Leben hinaus Gutes tun und eine gemeinnützige Institution unterstützen. Mit einer Zuwendung an die Schweizer Berghilfe kann man die Lebensqualität der Schweizer Bergbevölkerung wesentlich verbessern. Wie man den Menschen im Berggebiet eine Zukunft geben kann, zeigt der kostenlose Ratgeber fürs Testament. Diesen kann man hier bestellen: www.berghilfe.ch/de/kontakt/unterlagenbestellen.

Bei weiteren Fragen zum Thema steht Martin Schellenbaum gerne zur Verfügung:
Telefon 044 712 60 56, martin.schellenbaum@berghilfe.ch
 


 
       
 
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