• Montag, 20.11.2017
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PERSPEKTIVEN

Ein Modell unternehmerischer Verantwortung

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Von Kristine Schulze
Ein Modell unternehmerischer Verantwortung
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Mehr und mehr werden inzwischen die Nachhaltigkeitsaktivitäten auch auf das eigentliche Kerngeschäft des Unternehmens ausgerichtet, häufig verbunden mit Erwartungen an den Nutzen fürs Firmenimage. Angela Winkelmann, Leiterin Human Resources und Dienste, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für Corporate Responsibility, gibt hier zum Nachhaltigkeits-Engagement der Helvetia Versicherungen Auskunft.

Von Grund auf nachhaltig

«Wir wollen unsere Erträge im Einklang mit der Umwelt und der Gesellschaft erwirtschaften. Da gilt es, Kunden-, Aktionärs- und auch Mitarbeitenden-Interessen auszubalancieren», erklärt Angela Winkelmann. Auch wenn es ein Versicherungsunternehmen im Hinblick auf kritische Themen wie Wertschöpfungsketten und Schadstoffemissionen naturgemäss leichter hat: Allen Stakeholdern gerecht zu werden ist eine permanente Managementaufgabe. Schliesslich will Helvetia gleichzeitig das Allgemeinwohl und die langfristige Stabilität des Unternehmens gewährleisten. «Dafür müssen Kundenbeziehungen dauerhaft sein und Versprechen eingelöst werden.» Und die Liste mit Anspruchsgruppen lässt sich beliebig fortsetzen. Zufriedene Mitarbeitende bilden das Gesicht zum Kunden und den Schlüssel zum Erfolg. Aktionäre erwarten eine angemessene Dividende, und Standortgemeinden benötigen Steuereinnahmen und Arbeitsplätze, um zu wachsen.

Auch die inhaltliche Ausgestaltung der unternehmerischen Verantwortung ist anspruchsvoll. «Weil Helvetia über das bestehende Engagement hinaus die Nachhaltigkeit im Kerngeschäft stärken und einen spürbaren Mehrwert für die Gesellschaft leisten will, müssen wir neue Ansatzpunkte suchen», erklärt Angela Winkelmann. Wichtig für die Glaubwürdigkeit ist, dass man sich bei Belangen engagiert, die einen Bezug zum Kerngeschäft und Bedeutung für die eigenen Anspruchsgruppen haben. «Deshalb haben wir wenige Corporate-Responsibility-Betätigungsfelder ausgewählt, von denen wir überzeugt sind, dass sie zu unserem Unternehmen passen», sagt Angela Winkelmann. Damit sind qualitativer Nutzen, wie eine Verbesserung der Reputation und Stärkung des Markenwertes, aber auch handfeste wirtschaftliche Vorteile verbunden. «Zum einen erwarten wir Kosteneinsparungen durch eine zunehmende Energieeffizienz. Zum anderen wird sich eine höhere Identifikation unserer Mitarbeitenden auch positiv in unserer Leistung niederschlagen. Und zukünftige Produktinnovationen werden uns als Anbieter im Markt Vorteile verschaffen».

Im Einklang mit dem eigenen Geschäft

Angela Winkelmann, Leiterin Human Resources und Dienste, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für Corporate Responsibility bei der Helvetia Versicherungen.
Angela Winkelmann
Das Versicherungsgeschäft zeichnet sich dadurch aus, dass für die Gelder und Werte der Kunden langfristige Garantien abgeben werden. Ausserdem beruht die gelebte unternehmerische Verantwortung der Helvetia auch auf zentralen Werten wie zum Beispiel Corporate Citizenship, Nachhaltigkeit und Weitsicht. Diese schlagen sich im Verhalten gegenüber Kunden, Vertriebspartnern und Aktionären nieder. «Es entspricht unserer Kultur, Dinge mit Fingerspitzengefühl und vorausschauendem Bewusstsein anzugehen. Neu ist, dass wir das Thema Nachhaltigkeit systematisch begleiten und führen», sagt Angela Winkelmann. Im Kerngeschäft bildet das Anlagemanagement einen wichtigen Schwerpunkt. Die Helvetia verfolgt das Ziel einer langfristigen und umsichtigen Anlage. Im Fokus steht die Erzielung planbarer, marktgerechter Renditen im Interesse von Kunden und Aktionären. Bereits heute investiert man daher primär in nachhaltige Immobilien. «Auch im Bereich Finanzanlagen stellen wir durch vorausschauendes Management und eine breite Streuung sicher, dass Verpflichtungen aus Policen jederzeit erfüllt werden können», erklärt Angela Winkelmann.

Obwohl ein Dienstleistungsunternehmen vergleichsweise wenige Emissionen freisetzt, sieht sich Helvetia in der Verpflichtung, die Umwelt zu schützen. Im Jahr 2013 startete die Entwicklung eines Umweltmanagementsystems, und es wurde erstmals eine Vollerhebung der eigenen Emissionswerte durchgeführt. «Wir tun das, weil wir davon überzeugt sind, dass eine Schonung natürlicher Ressourcen zu unseren nachhaltigen Produkten, zum Beispiel zu unserer Photovoltaikversicherung, passt. Aber auch, weil wir ein Vorbild für unsere Kunden sein wollen und weil sich Energieeffizienz für unser Unternehmen rechnet», ergänzt die CR-Verantwortliche.

Eine tragende Säule der gesellschaftlichen Verantwortung bildet die Helvetia Patria Jeunesse Stiftung zum Wohl von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz. Es gibt aber auch vielfältige Aktivitäten und individuelle Verpflichtungen in den Bereichen Kultur, Bildung und Breitensport. Ausserdem unterstützt Helvetia mit Baumspenden die Aufforstung und Pflege von Schutzwald in Schweizer Bergregionen. In diesem Jahr wurde in Engelberg das siebte Schutzwaldprojekt lanciert. «Es ist uns wichtig, dass die Engagements zu uns passen und auch von aussen als sinnvoll wahrgenommen werden», betont Angela Winkelmann. «Eine starke lokale Verankerung hilft uns, breit geteilte, gesellschaftliche Bedürfnisse aufzugreifen und stärkt unsere Glaubwürdigkeit und unser öffentliches Ansehen».

Verantwortungsvolle Stakeholderbeziehungen

Zur verantwortungsvollen Unternehmensführung gehört auch die systematische Kommunikation mit den eigenen Anspruchsgruppen. Damit schliesst sich der Kreislauf der Corporate-Responsibility-Aktivitäten in der Aussenschau. Unmittelbar nach Festlegung der Nachhaltigkeits-Strategie hat Helvetia Schweiz 2013 den ersten Corporate-Responsibility- Bericht herausgegeben. «Der Bericht soll Transparenz bringen: Was haben wir bisher in Bezug auf unsere unternehmerische Verantwortung geleistet? Was können wir verbessern? Wo gibt es Lücken?», erklärt Angela Winkelmann die Beweggründe. «Es war nicht unser Ziel, zuerst unsere Leistungen zu perfektionieren und dann darüber zu berichten.» Helvetia betrachtet Corporate Responsibility als einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. «Uns ist es wichtig, ein Feedback zu bekommen auf das, was wir tun, und Hinweise, was wir verbessern können.» Die Erarbeitung des CR-Berichts hat geholfen, das eigene Nachhaltigkeitsmanagement zu systematisieren. Der Aufwand hat sich auch in anderer Hinsicht gelohnt: Der Bericht wurde von der Global Reporting Initiative für die konsequente Umsetzung der Orientierung an den wesentlichen Themen ausgezeichnet. «Ein schöner Ansporn, so weiterzumachen», freut sich Angela Winkelmann.



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