• Dienstag, 26.09.2017
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FINANZPLATZ

Die Hypothek richtig erneuern

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Von Martin Loosli
Die Hypothek richtig erneuern
© apops / fotolia.com
Grundsätzlich ist es ratsam, sich frühzeitig mit der Erneuerung der Hypothek auseinander zu setzen. So ist man mit der Thematik vertraut und kann Unsicherheiten klären, bevor der nächste Hypothekarentscheid zu treffen ist. Wie sehen die Zins- und Konjunkturprognosen aus? Welche Hypothekarmodelle sind in diesem Umfeld besonders geeignet? Daneben ist genauso wichtig, sich Gedanken über persönliche Veränderungen im Zusammenhang mit der Liegenschaft zu machen. Sind grössere Investitionen oder Renovationen geplant? Ist der Verkauf oder die Übergabe der Liegenschaft an die Nachkommen ein Thema? Oder stehen berufliche Veränderungen an?

Eine passende Strategie

Um eine optimale Grundlage für den nächsten Hypothekarentscheid zu schaffen, empfiehlt es sich, beim Kundenberater der Hausbank vorzusprechen. Gemeinsam lassen sich die verschiedenen Finanzierungsvarianten und ihre Chancen und Risiken besprechen und vergleichen. Für sicherheits- und budgetorientierte Hypothekarschuldner ist eine Festhypothek eine gute Lösung. Der Zinssatz wird gleich zu Beginn festgelegt und ist während der gesamten Laufzeit keinerlei Zinsschwankungen ausgesetzt. Im aktuell tiefen Zinsniveau lässt sich so über Jahre hinaus von einem attraktiven Zinssatz profitieren. Viele Bankinstitute bieten mittlerweile an, den Zinssatz für Festhypotheken bereits zwei Jahre vor der Fälligkeit zu fixieren. So kann das Risiko eines Zinsanstieges an die Bank übergeben werden. Der dabei anfallende Zinszuschlag ist in der historischen Betrachtung zur Zeit eher tief. Ob ein solches Vorgehen angezeigt ist, hängt also direkt mit der Erwartung der zukünftigen Zinsentwicklung ab. Werden steigende Zinsen erwartet, ist eine vorzeitige Fixierung auf jeden Fall prüfenswert.

Wer möglichst nahe am Marktgeschehen dabei sein und derzeit von den tiefen Kurzfristzinsen profitieren will, dürfte sich mit einer sogenannten Geldmarkt- oder Libor-Hypothek wohl fühlen. Sie erlaubt, von sinkenden Zinsen zu profitieren. Dabei kann sich der Kunde mit einem Zinsdach gegen allfällige Zinsanstiege absichern. Dafür ist eine Art Versicherungsprämie zu entrichten. Je nach Institut ist es alternativ möglich, vor einem erwarteten Zinsanstieg auf einen bestimmten Zeitpunkt hin von der Geldmarkthypothek in eine Festhypothek zu wechseln.

Auch die variable Hypothek kommt für eine Anschlussfinanzierung in Frage. Ihre Verzinsung richtet sich laufend nach den Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt. Das Modell hat keine feste Laufzeit und kann jederzeit unter einer meist sechsmonatigen Kündigungsfrist amortisiert oder gekündigt werden. Eine variable Hypothek empfiehlt sich, wenn grosse finanzielle Flexibilität, z.B. bei anstehenden Rückzahlungen oder geplantem Liegenschaftenverkauf, gefordert ist.

Der ideale Produkte- und Laufzeitenmix

Wer seine Hypothek erneuert, muss schliesslich immer selbst entscheiden, welche Faktoren wichtig sind: Ist es die Sicherheit, mit einem fixen Budget kalkulieren zu können wie bei einer Festhypothek? Oder sind es die Flexibilität und die Möglichkeit, von wechselnden Zinsverhältnissen zu profitieren wie bei einer variablen oder einer Libor-Hypothek? Um den Märkten nicht ganz ausgeliefert zu sein, empfiehlt sich in vielen Fällen, nicht den Gesamtbetrag der Hypothek in einem einzigen Modell oder einer Laufzeit abzuschliessen und die Abschlüsse gestaffelt anzugehen. So ist der Hypothekarnehmer in der Lage, auf Veränderungen des Zinsmarktes oder der persönlichen finanziellen Situation zu reagieren. Ausserdem lässt sich damit das Zinsrisiko besser verteilen und ein optimaler Mix zwischen Sicherheit und Handlungsspielraum erreichen.



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