• Sonntag, 26.03.2017
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WOHNFORMEN

Darauf achten beim Hausverkauf

Von Martin Loosli  
  Es braut sich einiges zusammen...
© Thorben Wengert / pixelio.de (Ausschnitt)
So manchem Eigenheimbesitzer wird das Zuhause mit den Jahren, gerade wenn die Kinder ausgeflogen sind, zu gross und der Unterhalt zu aufwendig. Wer sein Haus oder seine Eigentumswohnung verkaufen will, sollte sich auf jeden Fall gut vorbereiten, sich vorgängig über den Ablauf und die Formalitäten informieren und das Verkaufsobjekt im besten Licht präsentieren.

Für einen erfolgreichen Verkauf

ist der erste Eindruck des Hauses oder der Eigentumswohnung entscheidend. Der Verkäufer sollte also keine Mühen scheuen, die eigenen vier Wände im besten Licht zu präsentieren. Es empfiehlt sich beispielsweise, Ordnung in den Wohnräumen zu machen, den Aussenbereich zu pflegen oder kleinere Schäden auszubessern.

Die Verkaufsdokumentation

Ein wesentliches Element des Verkaufs ist die umfassende Verkaufsdokumentation. Diese sollte Farbfotos der Innenräume und der Aussenansicht der Liegenschaft, einen Situationsplan sowie einen Grundbuch- und Gebäudeversicherungsauszug beinhalten. Beim Verkauf einer Eigentumswohnung ist zusätzlich das Stockwerkeigentümerreglement beizufügen. In die Verkaufsunterlagen gehören nebst sämtlichen Grundrissplänen auch ein detaillierter Objektbeschrieb mit Flächenangaben und Massen aller Räume und nicht zuletzt Informationen zum Verkaufspreis. Hilfreich ist auch eine kurze Beschreibung der Standortgemeinde und der vorhandenen Infrastruktur.

Mit einer derart ausführlichen Verkaufsdokumentation können sich Interessenten einen ersten Einblick verschaffen und überprüfen, ob das Objekt ihren Vorstellungen von Preis, Lage, Grösse und Ausbau entspricht. So lassen sich früh die ernsthaft interessierten Bewerber eruieren und ein ungewünschter Besichtigungstourismus vermeiden. Auch die Bank des Käufers benötigt diese Dokumentation, um die Liegenschaft zu bewerten und die entsprechende Hypothekenhöhe festzulegen.


  " Verkaufe nie selber, was Dir gehört! "

Der Kaufvertrag

Sobald ein Käufer gefunden ist und Einigkeit über den Verkaufspreis, die Kaufmodalitäten und den Verkaufszeitpunkt herrscht, wird der Verkauf des Hauses mit einem Vertrag besiegelt. Dieser muss öffentlich beurkundet werden, wofür im Kanton Zürich der Notar zuständig ist. Der beurkundete Kaufvertrag bildet schliesslich die Basis für die Eigentumsübertragung im Grundbuch. Er enthält grundlegende Angaben wie Namen und Adressen aller Parteien, Kaufpreis und Zahlungsbedingungen. Auch eine exakte Beschreibung der Liegenschaft mit Adresse, Katasternummer und Angaben über den Zustand bei der Übergabe gehören in den Vertrag. Aus Fairness gegenüber dem Käufer sollte man eine klare Regelung der Bezahlung der Gebühren und Steuern, insbesondere der Grundstückgewinnsteuer, im Kaufvertrag treffen.

Während die Gebühren üblicherweise hälftig von Käufer und Verkäufer übernommen werden, ist die Grundstückgewinnsteuer durch den Verkäufer zu entrichten. Die mutmassliche Höhe dieser Steuer kann das Gemeindesteueramt vorgängig berechnen. Bei Nichtbezahlung steht der Gemeinde ein gesetzliches Pfandrecht am Grundstück zu, was im äussersten Fall bedeutet, dass schlussendlich der Käufer zur Kasse gebeten werden kann. Um dies zu vermeiden, wird die Grundstückgewinnsteuer meist durch direkte Bezahlung auf ein Sperrkonto anlässlich der Eigentumsübertragung sichergestellt. Die Weiterführung der laufenden Versicherungen, zum Beispiel der Gebäudehaftpflichtversicherung, sollte ebenfalls mit dem Käufer geregelt werden.

Verkauf in Eigenregie oder durch einen Profi?

Eine Liegenschaft zu verkaufen ist immer eine aufwendige Angelegenheit. Daher gilt es, gut zu überlegen, ob der Verkauf wirklich eigenhändig getätigt werden soll. Wer den zeitlichen Effort nicht aufbringen möchte oder mit der Materie wenig vertraut ist, kann die Arbeit stattdessen einem professionellen Immobilienmakler, z.B. dem HEV, übertragen. Dieser bietet einen Service mit allen rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Aspekten und optimaler Dokumentation des Verkaufsobjekts.

Diese umfassende Vermittlungsleistung hat ihren Preis. Vom Verkaufserlös ist in der Regel eine Provision von zwei bis drei Prozent fällig. Dennoch sind diese Auslagen oft gut investiert. Denn nicht selten bewahrheitet sich gerade bei selbstbewohntem Eigentum: „Verkaufe nie selber, was Dir gehört“. In der Regel hängen am eigenen Haus oder an der eigenen Wohnung viele Emotionen, die sich bei einem Verkauf negativ auswirken können. Ein Verkaufsprofi erspart einem nicht nur Arbeit und hilft, Emotionen auszuschalten. Oftmals resultiert auch ein höherer Verkaufspreis.


 

 

 

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