• Dienstag, 26.09.2017
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AUSWANDERN NACH DER PENSIONIERUNG

Auf nach Thailand - oder doch nicht?

Von Isabelle Zobrist  
Lokalzeit
Bangkok
 
 
Auf nach Thailand - oder doch nicht?
©Foto: wikimedia.org (Ausschnitt)
Wer hat sich bei schlechtem Wetter nicht schon einmal Gedanken über das Auswandern in wärmere Gefilde gemacht, wenn Kälte und Nässe den Körper und Geist strapazieren? Dann liest und hört man in den Medien immer wieder von den paradiesischen Zuständen im fernen Thailand. Die Rentner werden mit vielversprechenden, günstigen Angeboten dazu animiert, die Zelte in der Heimat abzubrechen und den Lebensabend im vermeintlichen Paradies zu verbringen.


Auf nach Thailand - Schweizer Rentner wandern aus
Dieser Schritt will allerdings sehr gut überlegt sein, und man ist gut beraten, wenn man sich vorgängig über Land und Leute, Kultur, Klima und Lebensbedingungen sehr gut informiert. Einige Ressorts, die sich als Altersresidenzen anbieten, sind unprofessionell geführt und liegen meist in Landesteilen ohne jegliche Infrastruktur.

Auswanderungswillige sollten bereits mit Asien vertraut sein, Englisch sprechen, bereit sein, die thailändische Sprache und Kultur zu erlernen und zu akzeptieren. Vor allem müssen sie finanziell abgesichert sein. Vor einem definitiven Entschluss auszuwandern, ist ein 3-monatiger Ferienaufenthalt in einem guten Hotel oder einer möblierten Wohnung (z.B. im Winter) empfehlenswert. In dieser Zeit bekommt man einen guten Eindruck von dem, was einen erwartet.

Demenzkranke Menschen finden im Demenzzentrum von Martin Woodtly in Chiang Mai eine gute, liebevolle sowie preiswerte Pflege. Diese Institution wird professionell geführt. Sie wurde bereits mehrmals im TV vorgestellt. Die in den Medien hochgelobte Anlage, welche in Chiang Mai von Schweizer Investoren gebaut werden soll, ist gemäss den Preisangaben in den Medien, für thailändische Verhältnisse sehr teuer.


 
Pattaya Beach Fotoquelle: wikimedia.org
 
  Demenz behandeln im Demenzzentrum von Martin Woodtly in Chiang Mai Thailand  


Pattaya ist viel besser als sein Ruf

Ich habe längere Zeit in Thailand gelebt. Auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen würde ich allen Rentnern Pattaya empfehlen. Pattaya ist viel besser als sein Ruf. Die Rotlichtbezirke findet man auch bei uns in jeder grossen und kleinen Stadt. Pattaya hat mittlerweile ca. 400'000 Einwohner, ist der einzige Ort in Thailand mit einer Top-Infrastruktur, wie nur Bangkok sie bietet. Pattaya liegt am Meer und hat ca. 40 der schönsten Golfplätze in unmittelbarer Umgebung. Es gibt diverse Service-Clubs wie Rotary und Lions sowie eine gut vernetzte Expats-Gemeinde, die Neuankömmlingen stets hilfreich zur Seite steht. In den diversen internationalen Warenhäusern und Supermärkten bekommt man alles, was man auch bei uns kaufen kann. Internationale Spitäler, hervorragend geführt, sehr gute Ärzte, Zahnärzte (deutsch sprechend) sind nur im Touristenzentrum Pattaya vorhanden. Hier können rüstige Rentner relativ günstig leben.



 
  Buchemfehlung für potentielle Thailand-Auswanderer  
 
 
Rentner und Pensionierte zieht es nach Pattaya Thailand Farang in Thailand
Günther Ruffert
Heller Verlag
ISBN 978-3-929403-12-1
  Rentner und Pensionierte in Phuket Thailand Geschichten aus Thailand
Günther Ruffert
Heller Verlag
ISBN 3-929403-19-6
 


Paradies mit Schattenseiten

Man muss jedoch bedenken, dass das vermeintliche Paradies viele Schattenseiten hat. Korruption ist allgegenwärtig, grosse Kriminalität, vermüllte Strassen und Strände, und die sogenannten Farangs (d.h. alle nicht Asiaten) zahlen bei allem immer den doppelten Preis. Wer sich durch die allgegenwärtige Armut und die subtile Bettlerei der Thais erweichen lässt, ist sein Geld innert kürzester Zeit los. Das vermeintliche Paradies ist schön – für Ferien –. Es hat aber auch viele Schattenseiten. Paradies ist zu Hause, wo man seine Familie und Freunde hat.


  Leserreaktion vom 10.6.2013 (von der Redaktion leicht gekürzt)  
 
Ihr Artikel hat mein Interesse gefunden, da ich nämlich eine von denen bin, die jetzt überglücklich im "Paradies" wohnen. Wir alle (oder fast alle - Meckerer gibt's ja überall), die nun hier unseren Alterssitz gefunden haben, sind glücklich und dankbar, dass es gelungen ist, uns den Traum von einem sorglosen und schönen Lebensabend zu ermöglichen. Das Klima ist super, die Preise für uns Schweizer/innen stets eine grosse Freude - man kann sich beinahe alles leisten - und bei gesundheitlichen Problemen werden wir hier bestens versorgt. Frauen können hier auch am Abend problemlos in der Stadt flanieren, Pöbeleien sind unbekannt, das Essen ist fantastisch, stets frisch zubereitet, sehr gesund und erst noch zu Preisen, von denen man in der Schweiz nur träumen kann. Auch wenn man es im fernen Europa nicht gerne hört: Wir sind hier wirklich glücklich und zufrieden und schon beinahe im "Paradies".

Freundliche Grüsse Rita Juon, Hua Hin   (Adresse der Redaktion bekannt)
 

  Leserreaktion vom 10.6.2013  
 
Stellungnahme zu dem Bericht von Frau Zobrist

Mir ist bewusst, dass man Pattaya lieben kann, doch die meisten kehren angewidert dieser Stadt den Rücken. Wer Pattaya als Thailand anbietet und empfiehlt, zeigt auch, dass keine Ahnung vorhanden ist über dieses Land. Denn Pattaya ist nicht Thailand. Es ist klar, wer das Nachtleben sucht, die Partys, oder sogar eine Beziehung, der ist dort richtig, aber als Rentner? Sicher eine sehr schlechte Empfehlung. Klar, man kann sich in Pattaya mit relativ kurzen Beschaffungswegen alles kaufen, doch um welchen Preis, nein, ich meine nicht das Geld, sondern die Umstände, kein Gehweg ist eigentlich begehbar, weil alles zugemüllt ist oder kaputt, Beinbrüche lassen grüssen. In der Nacht ist es zu gefährlich, sich alleine zu bewegen, Überfälle sind an der Tagesordnung, dann kommt der Autoverkehr dazu, die Strassen sind Tag und Nacht verstopft, die Luft geschwängert mit Abgasen. Man kann sich auch irgendwo eine schmuddlige, billige Wohnung für ein paar Franken nehmen, klar. Oder dann mietet man sich in einer Überbauung ein, bei uns werden sie Ghettos genannt, ein Haus oder Villa, ca. 30km ausserhalb etwa, aber dann kann ich auch ins Landesinnere gehen, wo das richtige Thailand stattfindet. Die Russen beherrschen mittlerweile das Stadtbild in Pattaya, die Strassenkämpfe unter den einzelnen Banden, Russen oder Koreanern, spielen sich mittlerweile auch auf der Strasse ab, Schiessereien sind keine Seltenheit, und Unbeteiligte kommen oft zu Schaden, diese Infos kann man sich in den einschlägigen Zeitungen holen - und sich dann auch ein Bild machen. Frau Zobrist schreibt von unprofessionell geführten Seniorenresidenzen, wie viele Residenzen hat sie denn besucht? Thailand hat nicht geschlafen! Heute bekommt man alles, was das Herz begehrt im ganzen Land, sei es eine gute Bratwurst oder auch nur ein Stück Käse, ebenfalls sind die Verkehrswege super, nicht wie in Pattaya, voller Löcher und Stolperfallen. Frau Zobrist meint auch, einen dreimonatigen Aufenthalt in irgendeiner Wohnung. Wie soll sich ein Rentner in einer Wohnung, der noch nie in Pattaya war, zurecht finden, wer zeigt ihm, wo es lang geht, wie die ganzen Sachen mit Visa und so weiter ablaufen? Da ziehe ich dann eine Seniorenresidenz vor, wo ich die Infos, die ich brauche, sofort bekomme, kann mich von dort aus schlau machen über das Land und die Gesetzgebung und mich dann immer noch entscheiden, mich in irgendeiner Grossstadt nieder zu lassen. Die Krankenversorgung ist auf dem Lande sehr gut. Auch zum Beispiel in Khon Kaen, einer der grössten Universitätsstädte in Thailand, sprechen die Ärzte deutsch, mitten im Land, ja dort ist sogar die beste Hirn- und Herzklinik des Landes. Oder in Buriram, eben auch in der Pampa, wo Privatspitäler stehen, die einen sehr guten Ruf haben. Da ist auch die Infrastruktur geplant worden, und nicht einfach gebaut, ohne zu denken, wie in Pattaya. Mitten im Land wird jetzt die grösste Rennstrecke gebaut für Formel 2 Rennen, Golfplätze sind ebenso vorhanden, aber auch Tennis und andere Sportarten sind möglich, jedes Dorf hat in den letzten Jahren einen eigenen Fitnesspark bekommen, die Geräte kann man gratis benützen, und muss nicht wie in Bangkok oder Pattaya sich zuerst durch den Verkehr zwängen, um an diese Angebote zu kommen und dann noch zahlen müssen dafür. Ich möchte hier absolut keinen Stab über irgendjemand brechen, doch wenn sowas geschrieben wird, erhoffe ich mir doch eine ehrliche Recherche!

Hans-Jörg Jäger, Betreiber der Residenz   www.lanee.ch
 

  Leserreaktion vom 11.6.2013 (von der Redaktion leicht gekürzt)  
 
Ich lebe in so einer Seniorenresidenz, wie von Frau Zobrist beschrieben. Ich kann dazu sagen, wir haben alles hier, was wir brauchen, denn was brauchen wir noch, im Alter von 75 und mehr? Gut zu Essen, abwechslungsreich, dem Alter und Körper angepasst, oder wir können unsere Sprache sprechen, die Betreiber dieser Senioren Residenz verstehen uns, ja sogar die Angestellten sprechen ein wenig Deutsch, ich muss nicht mal Englisch können, um in diesem schönen Land leben zu können. Die Gänge zum Amt, wie Einwanderungsbehörde, Bank, Post etc. wird einem alles abgenommen, und wir können hier unseren Lebensabend geniessen. Wir sind mittlerweile eine ganz nette Truppe hier in Lanee’s Residenz, machen Ausflüge zusammen, gehen shopen zusammen, oder sind einfach am Pool und quatschen. Wir werden umsorgt und müssen uns um nichts kümmern, die Kleider werden zum Waschen abgeholt und frisch wieder gebracht, ums Haus rum wird der Rasen geschnitten, ohne dass wir nach einem Gärtner Ausschau halten müssen. Ja auch wir leben in einem kleinen Paradies und werden das noch lange tun! Denn hier haben wir keinen Lärm, keine Verbrechen, Kontakt zur Bevölkerung, feiern Feste zusammen, wie es in einem Touristen Ort wie Pattaya nie der Fall wäre.

Herzliche Grüsse aus dem Paradies im Landesinnern von Thailand, Isaan genannt, wo die Freundlichkeit herrscht. Guta Schönauer   (Adresse der Redaktion bekannt)
 


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