• Dienstag, 26.09.2017
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GESUNDHEIT

Abnehmbarer Zahnersatz

M√∂glichkeiten und Risiken  
Von Stefan Birchler  
  Es braut sich einiges zusammen...
©swiss smile
Das Alter sollte nicht als Ursache aller Veränderungen angesehen werden, sondern höchstens als reflektierender Anhaltspunkt. Auch Zahnverlust und Zahnlosigkeit können heute nicht mehr als normale Folgen des Alterungsprozesses angesehen werden.


Es gehen trotzdem durch Karies und fortgeschrittene und unbehandelte Zahnbetterkrankungen (Parodontitis) immer noch viele Zähne verloren, die zu partieller oder totaler Zahnlosigkeit führen. Mit abnehmbarem – totalem oder partiellem – Zahnersatz können die verlorengegangenen Zähne wieder ersetzt werden. Dieser Zahnersatz braucht jedoch wie natürliche Zähne eine entsprechende Pflege und Wartung.

Der abnehmbare Zahnersatz

Im Gegensatz zu fest zementierten Kronen und Brücken auf natürlichen Zähnen oder auf im Kiefer verankerten Implantaten können fehlende Zähne auch mit heraus- bzw. abnehmbarem Zahnersatz, so genannten Teil- oder Totalprothesen, ersetzt werden.

Die Weichen für eine lange Funktionsdauer und einen schonenden Umgang mit den verbleibenden Zähnen können schon bei der Planung gestellt werden.
Die Anzahl der Klammern sollte auf ein Minimum reduziert werden. Gegebenenfalls können verbleibende Zähne mit Füllungskunststoff etwas aufgebaut werden, damit eine einfache Klammer viel mehr Halt geben kann.

Ebenso sollten die Klammern so gestaltet werden, dass die natürlichen Zähne gut mit einfachen Mitteln wie Bürstchen gereinigt werden können. Denn das Risiko für Karies und Zahnbetterkrankungen der übrigen Zähne steigt bei ungenügender Mundhygiene stark an.




Heute ist es auch möglich, kleinere Implantate an strategisch günstigen Stellen im Kiefer zu positionieren, auf welchen verschiedene Druckknöpfe aufgesetzt werden können, um zum einen den Halt von dritten Zähnen signifikant zu verbessern und zum anderen einen physiologischen Abbau des Kieferknochens zu verhindern.

Diese kleinen, auf Implantaten verankerten Elemente sind oft viel einfacher zu reinigen als natürliche Zähne, und der Unterhalt gestaltet sich sehr einfach.
Bei einem abnehmbaren Zahnersatz kann mit einer Lebensdauer von 8-10 Jahren gerechnet werden. Die Lebensdauer kann verlängert werden, wenn die vom Zahnarzt empfohlenen Intervalle für Kontrollen und Zahnreinigungen eingehalten werden.

Unterhalt von abnehmbarem Zahnersatz

Während die Herstellung von abnehmbarem Zahnersatz oftmals einfacher und schneller ist, erfordern Prothesen einen leicht intensiveren Unterhalt. Klammern und Druckknöpfe können durch den natürlichen Gebrauch Abnutzungserscheinungen unterliegen. Klammern können so regelmässig wieder aktiviert und andere Teile relativ einfach ersetzt werden.

Durch den Verlust von Zähnen bilden sich der Kieferknochen und die Schleimhaut zurück. Dies geschieht in den ersten sechs bis zwölf Monaten nach der Extraktion relativ eindrucksvoll, danach flacht das Geschehen ab, kommt aber nie zum Stillstand. Deshalb ist es sinnvoll, die Prothese und insbesondere die von Schleimhaut getragenen Anteile regelmässig auf eine gute Passgenauigkeit zu überprüfen und diese, wenn nötig, anzupassen. Schlecht sitzende Zähne beginnen zu schaukeln, was einen negativen Einfluss sowohl auf die restlichen Zähne und Druckknöpfe einerseits wie auch auf die tragende Schleimhaut andererseits hat. Akute Situationen können Druckstellen bis hin zu offenen Wunden sein, die der Zahnarzt durch lokales Ausschleifen oder Entlasten der dritten Zähne wieder beheben kann. Chronische Zustände können zu Entzündungen der Mundschleimhaut bis hin zu kleinen tumorösen Veränderungen führen.

Zahnpflege

Zum Unterhalt gehört natürlich auch die tägliche Pflege zu Hause. Ich empfehle, die dritten Zähne zumindest am Abend, gegebenenfalls auch häufiger, gründlich mit einer Bürste von Hand zu reinigen. Als Reinigungsmittel empfiehlt sich eine flüssige Seife (Geschirrspülmittel) und fliessendes Wasser.

Verunreinigungen der Prothesen können nicht nur das Aussehen verschlechtern, sondern auch durch mechanische und bakterielle Reize zu Entzündungen an der Mundschleimhaut führen. Zum Schutz der dritten Zähne kann dazu das Waschbecken mit einem Tuch belegt oder mit Wasser aufgefüllt werden.

Die eigenen Zähne sollten mit vorzugsweise elektrischen Schallzahnbürsten und Interdentalbürsten gereinigt werden. Auch sollte die übrige Schleimhaut mit einer weichen Zahnbürste gereinigt und massiert werden.

Trotz bewährten Methoden und Möglichkeiten ist es immer noch das Beste, den eigenen, natürlichen Zähnen so Sorge zu tragen, dass sie möglichst nie ersetzt werden müssen.



 
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